02 Juni, 2020

1744 – Objekt C/1743 X 1 über Oberweißbach

Begleitet von starken Erderschütterungen erscheint im Schaltjahr 1744 eine hell leuchtende Feuerkugel am Himmel und bleibt für mehrere Wochen selbst am hellen Tage gut sichtbar. Die Frage, worum es sich dabei gehandelt haben könnte, führt uns zu einem damals aufsehenerregenden astronomischen Ereignis, das 1744 tatsächlich mit bloßem Auge am Himmel zu sehen ist.

Der Klinkenberg-Komet, Codename: C/1743 X 1 rast mit 89,4 Kilometern pro Sekunde auf einer noch unbekannten Bahn durchs All. Benannt nach einem seiner Entdecker Dirk Klinkenberg wird der Himmelskörper am 9. Dezember 1743 über Haarlem (Holland) zum ersten Mal gesichtet.

Erst etwa 150 Jahre später tauchen Dokumente auf, die beweisen, dass der Niederländer Jan de Munk den Kometen bereits am 29. November 1743 gesehen hat.

Im Februar 1744 ist C/1743 X 1 heller als jeder andere Stern am Himmel und kann am 27. Februar sogar bei Tag nur knapp neben der Sonne mit bloßem Auge gesehen werden – auch von Oberweißbach aus! Der Komet hat zunächst zwei, später sogar elf oder zwölf Schweife. Zeitweise sind nur seine Schweife sichtbar, während der Kopf des Kometen unterhalb des Horizonts bleibt. Die Menschen vergleichen die Erscheinung mit einem Besen, weshalb Kometen mitunter auch als Besen- oder Schweifsterne bezeichnet werden. Uns würde die Erscheinung wahrscheinlich an eine gewaltige Lasershow hinter den Bergen erinnern, von der man nur die Lichtstrahlen sieht, die in den Himmel reichen.

Nach Kiesewetter ist die „Feuerkugel“ erst am 14. Juni zu sehen. Hier liegt offenbar ein Lese- oder Übertragungsfehler vor. Das Ereignis ist zweifelsfrei dem Jahresanfang 1744 zuzuordnen.



Kupferstich aus:

Kindermann, EberhardChristian, Wahre Betrachtungen über den in diesem Jahre erschienenen Cometen so wohl nach dessen Ursprung und Beschaffenheit ingleichen wohin sein Lauff gerichtet, und wie lange er sichtbar sey, als auch vornehmlich nach seiner Bedeutung, und ob wir Ursach haben, uns vor ihm zu fürchten? Wobey dieses Cometen eigentliche Gestalt recht physicalisch in einem Kupffer vor Augen geleget, Rudolstadt, 1744

 Kindermann gilt als erster deutscher Science-Fiction-Autor.

Der Klinkenberg-Komet war Berechnungen zufolge ab Mitte März nur noch von der Südhalbkugel aus sichtbar.

Aus China liegen Berichte vor, wonach während der Erscheinung von C/1743 X 1 seltsame Geräusche zu hören sind, wie sie mitunter als Begleiterscheinung von Polarlichtern auftreten. Das passt zu den Berichten der Chronisten Kiesewetter und Elsässer.

In Rudolstadt fasst ein Herr Eberhard Christian Kindermann seine Beobachtungen und Vermutungen in einem Buch zusammen, desgleichen ein „Vorsichtiger Himmelsbeschauer“, dessen Büchlein ebenfalls 1744 bei Johann Friedrich Fleischer in Frankfurt a. M. und Leipzig erscheint.

Der Oberweißbacher Lehrer Josef Trägner meint, bei dem Ereignis könne es sich um einen Kugelblitz gehandelt haben. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass derartige Erscheinungen meist in Bodennähe auftreten und sich rege bewegen.

***


Johann Paul Friedel – ein vergessener Pädagoge?

Im März 1740 erscheint in Jena ein Buch mit dem umständlichen Titel:

„Treue Hirtensorge vor die Lämmer
Oder Deutlicher Unterricht, 
Wie Gemeiner Leute Kinder,
Zumal auf dem Lande,
sollen christlich erzogen,
auch im Lesen, Schreiben und Rechnen gründlich unterwiesen werden;
Nebst beygefügter Nachricht vom Olitätenhandel derer sogenannten Königseer,
wohlmeinend entworfen von Johann Paul Friedel,
Pfarrer in Oberweißbach.“
 

 

Es ist gleichermaßen Lese-, Rechen- und Geschichtsbuch sowie eine Unterweisung für Eltern zur christlichen Erziehung der Kinder. Heute würde man wohl von fächerübergreifendem Unterricht sprechen und wäre stolz auf diese „neue“ pädagogische Erfindung.

Das 280 Jahre alte Büchlein hat nur 112 Seiten und enthält doch ein bemerkenswertes und vor allem praxisorientiertes Repertoire für den Unterricht im Buchstabieren, Lesen, Schreiben, Rechnen und in Geschichte, wobei hier vor allem die Ortsgeschichte bzw. die Geschichte des Olitätenhandels im Vordergrund steht. Kinderspiele für Jungen und Mädchen sind ebenso enthalten oder angedeutet, wie die Herstellung einer Feder (Schreibfeder, Federkiel). Zum Lesen lernen rät Friedel (Johann Paul Friedel, geb. 17.04.1694 in Laasdorf im Altenburgischen) zu einem ähnlichen Vorgehen wie wir das etwa aus DDR-Zeiten mit der Fibel kennen. Friedel lässt Diktate schreiben, erklärt das Abfassen privater und geschäftlicher Briefe und den Satzbau – und das alles ganz und gar ohne Fremdwörter!

Er arbeitet mit Beispielen, die stets mit der Lebenswirklichkeit der Kinder zu tun haben. Datenschutz war damals noch kein Thema, denn oft müssen tatsächlich existierende Personen als gute oder schlechte Beispiele herhalten, etwa hier:

„Der Apotheker Walther in Zerbst, der ein redlicher, verständiger und bescheidener Mann ist, kaufft viel Waaren, sonderlich aber Spiritus vor bar Geld von uns.“

Noch köstlicher lautet eine Art Strafanzeige, welche besagt:

„daß Dero Knecht Hans Unbehauen sich gestern in hiesiger Schencke sehr ungebührlich aufgeführet, und fast alle Fenster eingeschlagen hat …“

Vielleicht hat man Friedel diese Offenheit übelgenommen, denn plötzlich wird er vorsichtiger. Nun heißen seine Beispielgeber etwa Nicol Unbedacht, Fritz Redlich oder Adam Aufrecht.

Rechnen lernen, „Nummeration“ (Zählen), Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division: Hier finden sich ein paar hübsche Beispiele, an denen sich selbst heutige Abiturienten die Zähne ausbeißen dürften, dann nämlich, wenn Friedel das Rechnen mit nichtdezimalen Währungen lehrt. Die gezielte Förderung besonders fähiger, talentierter Schüler gehörte ebenso zu Friedels Lehrplan, wie Bruchrechnen und Dreisatz.

Großen Wert legt Friedel auf die richtige Berufswahl, darauf, dass die Eltern die Neigungen ihrer Kinder erkennen, fördern und sie zu „Professionen“ anhalten, die ihren Talenten entsprechen und ihnen Freude bereiten, anstatt sie zu ihnen wesensfremden Tätigkeiten zu zwingen.

Ein langes, äußerst aufschlussreiches Gespräch zwischen einem Balsamträger und dem Pfarrer gewährt uns schließlich Einblicke in die Anfänge und die harte Lebenswirklichkeit des Olitätenhandels. Nebenbei erfahren wir etwas über den früher um Oberweißbach verbreiteten Flachsanbau sowie die erstaunliche Gesundheit der Kinder, die selbst im Winter barfuß herumlaufen.

Schließlich berichtet Friedel ausführlich über die Gründe, die zu Plünderung und Brandschatzung Oberweißbachs 100 Jahre zuvor geführt haben (siehe dazu unter 1640).

Von 1737 bis 1761 ist Johann Paul Friedel Seelsorger des Kirchspiels Oberweißbach. Wer ist dieser Mann, der sich genau 100 Jahre vor der Gründung des Kindergartens durch Friedrich Fröbel mit Erziehungsfragen der dörflichen Schuljugend befasst – und heute so gut wie vergessen ist?

Schon 1707, also 30 Jahre bevor er die Pfarrstelle in Oberweißbach übernimmt, ist Johann Paul Friedel als Lehrer tätig, und spätestens ab 1729 taucht er in den Rudolstädter Akten als „Informator des Erbprinzen zu Schwarzburg-Rudolstadt“ auf. Der spätere Oberweißbacher Pfarrer ist also vor Antritt seines geistlichen Amtes Erzieher und „Privatlehrer“ des Fürstensohnes Johann Friedrich I. (geb. 8. Januar 1721, gest. 10. Juli 1767). Eine bemerkenswerte Vertrauensstellung!




Enthält diese Buchseite wohl einen Rechenfehler?
Wer findet ihn?

Noch interessanter ist jedoch die fachliche Entwicklung J. P. Friedels, die am Beispiel des Prinzen Johann Friedrich besonders deutlich wird:

Die gemeinsame Geschichte des Lehrers und des blaublütigen Knaben beginnt im Jahre 1730. Da nämlich nimmt J. P. Friedel den damals neunjährigen Prinzen auf durchlauchtigsten Befehl in seine Obhut, nicht nur, um ihm das für einen künftigen Herrscher nötige Wissen zu vermitteln. Es beginnt eine Zeit, in der beide – Schüler und Lehrer – unter einem unbarmherzigen Erfolgszwang stehen. Am Ende der nun folgenden sieben Jahre erntet der fromme Mann nicht nur Dankesworte.

Die ersten Jahre verlaufen wohl noch einigermaßen gut, wenn auch der junge Prinz auf einigen Gebieten (Geometrie, Klavierunterricht) deutliche Schwächen aufzuweisen hat.

Der Unterricht, so besagt es ein Plan von 1730, beginnt morgens um 7 Uhr und endet nachmittags um 17 Uhr. Zwischen 12 und 2 ist Mittagsruhe. In den ersten (den vornehmsten) beiden Stunden wird Christenlehre erteilt, danach eine Stunde Klavierunterricht. Von 10 bis 11 steht Geographie und von 11 bis 12 „Schreiben“ auf dem Stundenplan. Mittwochs und freitags wird in dieser Zeit – man höre und staune – Zeitung gelesen, und zwar auch Französisch, wie Friedel berichtet. Nach der Mittagsruhe übt sich Johann Friedrich eine Stunde im Tanzen (mittwochs und freitags jeweils Zeichnen) und von 15 bis 17 Uhr wird Latein gepaukt (mittwochs und freitags in der letzten Stunde jeweils Mathematik).

Doch es läuft nicht alles so glatt, wie sich das der Landesherr vorstellt. Prinz Johann Friedrich hat Lernschwierigkeiten. Das „ingenium" (Auffassungsgabe, Natur) sei „etwas langsam“, muss Friedel feststellen. Mit 14, 15 Jahren stellen sich zudem Konzentrationsschwächen ein, die der Lehrer zwar für normal hält, die aber letztendlich nichts Gutes zu bedeuten haben. Der Rat Hartenberg, der wohl für die Angelegenheiten bei Hofe zuständig ist, macht dem Schulmann scharfe Vorwürfe. Der Prinz sei nachlässig, beherrsche die Gebote nicht und könne noch nicht einmal vier Zeilen Deutsch fließend lesen. Friedel sei zwar sehr fleißig, doch würde sein Ehrgeiz missbraucht. In Abwesenheit des Fürsten (?) ordnet Hartenberg daher drakonische Maßnahmen an: Wegfall der Unterrichtspausen, Einsperren im Zimmer (zwecks Weiterlernen) usw.

Der Prinz gerät mit Hartenberg in Streit und beklagt sich bei seinem Lehrer, (nicht etwa beim Vater!), dass er immer allein sein müsse, während andere sich vergnügen.

Wann genau Friedel seine Stellung aufgibt, ob dies freiwillig geschieht und wenn nicht, ob die Entlassung mit den Erziehungsproblemen Johann Friedrichs zu tun hat: Wir wissen es (noch) nicht.

Laut Elsässer ist Johann Paul Friedel jedenfalls ab 1737 Pfarrer in Oberweißbach und als solcher auch für Schulfragen zuständig. 1740 erscheint sein Buch zu Fragen der Schulbildung einfacher Dorfkinder; 1742 ist von einem weiteren, noch nicht gedruckten Buch ähnlichen Inhalts die Rede und im gleichen Jahr arbeitet der nunmehrige Pfarrer an einer Veröffentlichung über die „Verhütung der Feuersgefahr".

Von all dem scheint sich kaum etwas bis in unsere Zeit im Gedächtnis der Menschen erhalten zu haben. Den wenigsten Oberweißbachern dürfte Friedel heute noch ein Begriff sein. Hat man seine erstaunlichen Fähigkeiten und Leistungen womöglich auch schon zu seinen Lebzeiten „übersehen“?

Als 1743 die Pfarr- und Adjunkturstelle Königsee wiederzubesetzen ist, zieht man Pfarrer Friedel in Erwägung. Doch Friedel bleibt in Oberweißbach! Aus den Akten des Landesarchivs Rudolstadt ist zu entnehmen, dass er erst 1761 nach Königsee geht, was auch mit Elsässers Erkenntnissen übereinstimmt, wonach Friedel bis 1761 in Oberweißbach war. 1776 stirbt Pfarrer Friedel in Königsee.

Bemerkenswert ist vielleicht noch ein (um 1763?) erschienenes „ABC-Buchstabier- und Lesebüchlein“, welches im Wettstreit mit vergleichbaren Werken anderer Autoren bis 1777 zu zahlreichen Meinungsäußerungen von Pfarrern und Lehrern führt. 1774 meldet sich in dieser Sache auch Pfarrer Johann Jacob Fröbel aus Elxleben zu Wort. Zwei Jahre später, nach dem Tode des Pfarrers Treuner, wird er, der spätere Vater von Friedrich Fröbel, Pfarrer in Oberweißbach.

***

Das 18. Jahrhundert - Teil 1

1705 – Am 27. Mai liegt Schnee und es herrscht starker Frost.

1709 – Jahrtausend-Winter (Damals waren derartige Superlative noch keine maßlose Übertreibung): Der Winter 1708/1709 geht als Jahrtausendwinter in die Geschichte ein. Missernten, Teuerung und Hungersnöte sind die Folge. Selbst in Trier ist die Nacht zum 7. Juli die letzte Frostnacht des vorangegangenen Winters.

Ursache des extremen Klimas ist wahrscheinlich das unglückliche Zusammentreffen zweier Umstände, nämlich zum einen die seit etwa 1675 anhaltende mittlere Periode der „Kleinen Eiszeit“ und eine Phase auffällig geringer Sonnenfleckenaktivität.

1720 – Elsässer berichtet: Die seit ungefähr 1700 in Oberweißbach bestehende Oberförsterei wird aufgehoben. Sie stand auf dem sogenannten „Forstacker“ (heute Hotel „Burghof“). Stattdessen wird in Cursdorf ein Wildmeister namens Henne angestellt. Mit der Oberförsterei war ein Gestüt verbunden. Die Weide für die Stuten und Fohlen war auf den Fischbachwiesen.

1722 – Die Knaben- und Mädchenschule sowie die Organistenwohnung brennen nieder und werden 1723 wiederaufgebaut. Die Hälfte der Kosten trägt die Kirche. Die Mädchenschule befindet sich zu dieser Zeit etwa an Stelle des heutigen Amtshauses.

1723 – Das Bannrecht für die (Königseer) Stadthandwerker wird erneuert. Damit wird ihnen eine Art Monopol gesichert. In den zum Amt Königsee gehörigen Dörfern, so auch in Oberweißbach, dürfen fortan kein Schuster, Schneider oder andere Handwerker ansässig sein. Ausgenommen sind nur solche, die auf dem Lande unbedingt benötigt werden, wie z. B. Schmiede, Wagner, Zimmerleute, Böttcher und Drechsler.

1726 – Bis zum Jahre 1730 herrscht in ganz Thüringen eine Raupenplage. Sämtliche Obstbäume werden vernichtet.

1729 – Als erster Diakon zu Oberweißbach wird Ludwig Friedrich Winzer erwähnt.

1730 – Um 1730 (nach Dr. Hans Eberhardt bereits um 1720)10) werden im Thüringer Wald die Kartoffeln eingeführt, aber, wie Elsässer bemerkt, noch lange mit Misstrauen betrachtet. Noch größeres Misstrauen haben aber wohl die Preußen, denn erst in Folge der sogenannten „Kartoffelbefehle“ werden dort ab 1756 Kartoffeln als Nahrungsmittel angebaut. Einem sich hartnäckig haltenden Gerücht zufolge trickst Friedrich II. seine Bauern dabei geschickt aus, indem er einen Kartoffelacker vom Militär „streng“ bewachen lässt. Die Bauern, angelockt durch die vermeintlich wertvollen Pflanzen, stehlen die edlen Knollen und bauen sie nun sogar freiwillig an.

 

Ursprünglich stammt die Kartoffel aus den chilenischen und peruanischen Anden. Wie sie nach Europa kam, ist nicht abschließend geklärt. Die Legende, die Erdäpfel seien von Sir Francis Drake mitgebracht worden, stimmt jedoch nachweislich nicht.

In Deutschland soll die Kartoffel erstmals 1647 angebaut worden sein – und zwar gar nicht weit weg von unserer Heimat in Pilgramsreuth in Oberfranken (heute zu Rehau gehörig).

1731 – Wieder herrscht ein sehr harter und langer Winter. In Neuhaus kann man zu Pfingsten noch Schlitten fahren.

1732 – Für Oberweißbach werden in diesem Jahr 5 Laboranten und 76 Olitätenträger erwähnt.

1733 – Am St. Vitus Tage (15. Juni) brennen in Cursdorf nach der Explosion einer Destillierblase 65 Wohnhäuser ab. Dabei laufen große Mengen brennendes Harz und Pech das Dorf hinab. Mehrere Menschen kommen ums Leben.

1734 – Das zum Pfarrhaus (heute Fröbelmuseum) gehörige Backhaus wird von der Gemeinde angekauft und zum Gemeindekeller umgebaut. Das Backhaus stand demnach etwa dort, wo sich heute die AWO-Senioren-Wohngemeinschaft befindet. Es gab aber zwischen diesem Gebäude und dem Fröbelhaus damals noch ein Gebäude.

1735 – Schloss Heidecksburg brennt zur Hälfte nieder.

1737 – Am 14. März brennen 3 Häuser in Oberweißbach ab, darunter die Mädchenschule und des Bäckers Wilhelms Haus.

Am 14. Mai wird der Grundstein zum Neubau des Rudolstädter Schlosses gelegt.

Außerdem tritt im Jahre 1737 Pfarrer Friedel sein Amt in Oberweißbach an (siehe dazu unter 1740). Er stirbt, nachdem er u. a. in Oberweißbach 24 Jahre als Pfarrer tätig war, am 4. Mai 1776 in Königsee.

1740 – Im Januar herrschen 33° Kälte. Der Winter dauert bis Ende April. Wegen Futtermangels fallen die Preise für Stalltiere. In manchen Orten wird das zum Dachdecken benutzte Stroh verfüttert.

An dieser Stelle gibt Elsässer erstmals eine konkrete Temperatur wieder. Dabei stellt sich dem aufmerksamen Leser die Frage, was der Chronist damit eigentlich meint. Infrage kommen ab 1742 nämlich zwei unterschiedliche Skalen – die uns geläufige Celsius-Skala mit einem Gefrierpunkt für Wasser bei 0°C und einem Siedepunkt bei 100°C (Zwischen 1742 und 1744 war es umgekehrt: der Siedepunkt lag bei 0°C) oder die Réaumur-Skala mit einem Schmelzpunkt von Wassereis bei 0°R, aber einem Siedepunkt von Wasser bei 80°R.

Am 13. August 1740 wird die Schule in Cursdorf eingerichtet.

1743 – Am 18. Juni bricht in Deesbach bei Friedrich Sorge Feuer aus. Drei Häuser brennen ab.

1744 – „den 14. Juni“ erscheint eine „große Feuerkugel“ am Himmel. Während dieser Erscheinung wird eine starke Erderschütterung verspürt.

Wahrscheinlich liegt auch hier wieder ein Übertragungsfehler vor (das Datum kann nicht stimmen), denn tatsächlich gibt es im Jahre 1744 eine spektakuläre Himmelserscheinung, die die Menschen über Wochen in Staunen, aber auch in Angst versetzt – ein Komet! Er ist jedoch nicht im Juni, sondern im Frühjahr sichtbar > siehe Post „Objekt C/1743 X1“

1748 – Anfang März liegt noch immer viel Schnee; es herrscht eisige Kälte. Viel Wild und Vögel gehen zugrunde.

Im gleichen Jahr gewinnt Oberweißbach einen Prozess gegen die Stadt Königsee und darf fortan selbst Bier brauen. Unverzüglich wird im unteren Ort eine Malzdarre eingerichtet. Das erzeugte Bier ist allerdings nicht identisch mit dem Bier, wie wir es kennen. Es handelt sich vielmehr um Rauchbier, welches heute als Spezialität gilt und geschmacklich an geräuchertes Fleisch erinnert. Der Sage nach schmeckt erst das „dritte Seidla“ so richtig nach Bier. Wer heute diese Geschmacksrichtung ausprobieren mag, kann dies z. B. in Bamberg tun. Dort wird noch immer Rauchbier gebraut.

Eichen sollst du weichen … und auch Buchen sollst du bei Gewitter auf keinen Fall suchen! Dieses etwas abgewandelte Sprichwort ist 1748 wohl noch unbekannt, denn:

Am 3. Juli 1748 schlägt der Blitz im Bischofshain in einen Baum, der dabei völlig zerschmettert wird. Dummerweise haben ausgerechnet unter diesem Baum 3 Männer Schutz vor dem Regen gesucht: „Hanns Nicol Vater, dessen Sohn und Caspar Heinrich von Ende“ – keine gute Idee! Dem einen schmelzen die Schuhschnallen weg, der zweite wird betäubt. Über das Schicksal des dritten erfahren wir nichts Genaueres. Alle drei kommen aber wie durch ein Wunder mit Leben und Gesundheit davon. Glück gehabt …

Am 25. September 1748 wird die Malzdarre gerichtet. Der Streit wegen der Malzgerechtigkeit mit den Königseern war in Wetzlar vor dem Reichkammergericht, dem höchsten Gericht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, entschieden worden.

Als Malzdarre bezeichnet man eine Einrichtung zum Trocknen von Grünmalz. Das Grünmalz – Getreidekörner (Gerste), die durch Benetzung mit Wasser auf der Tenne zum Keimen gebracht werden – wird auf die Darre, ein enges Netz aus Draht o. ä. gebracht und von unten mittels heißer Luft getrocknet, und zwar über einem Buchenholzfeuer, wodurch der typisch malzige Geschmack entsteht (Braumalz).

1750 – befindet sich die Knabenschule im Gebäude rechts neben dem heutigen Gasthaus „Schenke“), die Mädchenschule im Gebäude links neben dem Fröbelhaus (ZAS, heute AWO Seniorenheim).

Exkurs:

1750 – am 7. August wird „Engela Baumin“ aus Friedersdorf wegen Kindesmord in Königsee geköpft. Der Kopf wird zur Abschreckung auf einen Pfahl gesteckt. Später wird die Leiche ohne Sarg auf dem Richtplatze eingescharrt.

Am 19. August wird ein zweiter Leichnam (Böttner) um Mitternacht in aller Stille an einer abgelegenen Stelle des Friedhofes „eingescharrt“. Vermutlich handelt es sich um einen Mittäter des oben erwähnten Kindesmordes.

Wir werden im Laufe dieser Chronik noch des Öfteren mit derlei Verbrechen zu tun haben. Ich erwähne diesen Fall beispielhaft, zum einen, weil er auch dem Chronisten Kiesewetter aufzeichnungswürdig erschien, zum anderen, weil in einem meiner Bücher drei Jugendliche einen ähnlichen, Jahrhunderte zurückliegenden Fall „aufklären“ und dabei einige erstaunliche Zusammenhänge nicht nur mit der Ortsgeschichte Oberweißbachs erkennen und aufzeigen.

 


Schon 1760, am 29. August – ein ähnlicher Fall: Wegen am 18. April begangenen Kindesmordes wird die Witwe Anna Barbara Friedrich in Königsee mit dem Schwert hingerichtet. Auch sie wird an einer entlegenen Stelle des Friedhofes vergraben.



Camilla Horn als "Gretchen" in der Faust-Verfilmung von 1926

1754 – Am 20. Juni wird in Königsee das auch für Oberweißbach zuständige Hochgericht (Richtstätte) erbaut (erneuert?). Die Zimmerleute des gesamten Amtsbezirkes werden dazu herangezogen. Heute würde man die Kosten vermutlich in Form einer Umlage von den einzelnen Orten eintreiben.

1755 – Im Januar und Februar herrscht wieder große Kälte, ähnlich wie im Jahre 1740.

1759 – Am 9. Mai nachmittags brennen in Quelitz 6 Wohnhäuser und das Hammerwerk nieder. Brandursache ist vermutlich ein im Hammerwerk entstandener Funke, der eines der Nachbarhäuser in Brand gesetzt hat.

1761 – Am 18. Mai brennen in Deesbach 64 Wohnhäuser ab.


Das 17. Jahrhundert

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist Oberweißbach ein kleines Dorf, in dem jährlich etwa 16 bis 18 Kinder geboren werden. Die Einwohner leben von Feldbau und Pechbrennerei; es gibt mehrere Pechhütten. Die Südostseite des Ortes (Kirchberg, Leibisberg) ist noch vollständig bewaldet.

1603 – In diesem Jahr erhält Oberweißbach das Recht bestätigt, für den Eigenbedarf aus selbst angebauter Gerste Bier brauen zu dürfen. Dieses Recht wird seit 1600 von den Königseern immer wieder bestritten.

1606 – wird die alte Kirche auf dem Friedhof umgebaut und vergrößert, was einem Neubau gleichkommt.


August Elsässers „Kirchspiel Oberweißbach im Wandel der Zeiten“ enthält auf Seite 18 eine Zeichnung der alten Kirche, die im heutigen unteren Friedhof hinter dem Fröbelmuseum (früher Pfarrhaus) stand – und zwar (vom Markt gesehen) links vom Torhaus. Dort befindet sich auch ein letzter, von Pfarrer Mohr ganz bewusst belassener Stein der alten Kirche.

Die Zeichnung wirft einige Probleme auf: Sie zeigt die Kirche und den dahinterliegenden Friedhof. Aus dieser Perspektive steht der Kirchturm jedoch im Osten, der Altar demnach im Westen! Das ist unmöglich! Diese Kirche ist demnach seitenverkehrt bzw. spiegelbildlich dargestellt! Berücksichtigt man, dass es sich hier um eine aus der Erinnerung angefertigte Zeichnung eines alten Mannes handelt, lässt man den Friedhof weg und nimmt einfach an, dass die Kirche vom Markt aus betrachtet wird, dann stimmt die Schattenbildung nicht – die Sonne steht jetzt im Norden, mit viel Augenzudrücken im Nordosten (das ist jahreszeitabhängig u. U. möglich), aber dann steht der Turm hinter dem Kirchenschiff. Wenn man annimmt, dass das heutige Torhaus zum Friedhof ein Rest des alten Kirchturmes ist, dann ist kein Platz für ein noch weiter vorne in Richtung Markt stehendes Kirchenschiff.

Wenn diese Bild tatsächlich die alte Kirche aus der Perspektive vom Friedhof her zeigt, dann müsste das Kirchenschiff westlich des heutigen Torhauses – also hinter dem früheren Gasthof „Zum goldenen Anker“ – gestanden haben. Die einzige einigermaßen eben Fläche sowie der von Pfarrer Mohr niedergelegte Stein befinden sich jedenfalls östlich des Torhauses. Dort wurden nach Kenntnis des Verfassers in den 1970er Jahren auch Grüfte entdeckt und verfüllt, die auf Beerdigungen innerhalb der alten Kirche deuten könnten.

1609 – wird mit Kantor Preunel der erste Lehrer in Oberweißbach angestellt. Dazu ist anzumerken, dass das Amt des Kantors in Mitteldeutschland kein rein geistliches war (Kirchenmusiker), sondern der „Kanter“ war zugleich auch Lehrer.

1611 – Die Pest fordert zahlreiche Todesopfer; allein in Cordobang sind es 82.

1613 – Am 29. Mai verwüsten heftige Gewitter und Niederschläge („Thüringer Sintflut“) große Teile Thüringens. Insgesamt sterben dabei 2.261 Menschen.

1614 – Königseer Stadtsoldaten erzwingen die Herausgabe von 14 Fass Bier, weil die Oberweißbacher nicht, wie erlaubt, ihr Bier nur aus selbst angebauter Gerste brauen, sondern Getreide zukaufen. Das ergaunerte Bier wird an die Königseer Bürger verteilt.

1624 – Bereits im Mai dieses Jahres herrscht große Hitze, so dass es am 24. Mai zu einem verheerenden Waldbrand kommt. Auf „zwei Meilen Länge“ (das entspricht etwa 12 bis 14 km) tobt das Feuer im Raum Neuhaus (Wulst) bis ins Schwarzburgische (Fischbachwiesen) und in der anderen Richtung fast bis zu der erst 1597 gegründeten Glashütte Lauscha. Etwa 200 Mann schlagen Brandschneisen und ziehen Gräben, um so dem Großbrand schließlich die Nahrung zu entziehen.

1 Meile entspricht zu dieser Zeit zwischen 6.800 m (Landvermessermeile Sachsen) und 7.500 m [Bayern, Württemberg, Hohenzollern, Böhmen, Sachsen, Preußen, Hamburg u. a.)

1626 – Nur zwei Jahre nach der folgenreichen Hitzewelle von 1624 herrscht im Mai 1626 große Kälte. Die Saat erfriert. Es folgt eine Missernte und dieser eine große Hungersnot. Elsässer berichtet, dass aus Böhmen Getreide herangeschafft werden muss, um Mensch und Tier das Überleben zu sichern.

An der Nordsee tobt 1626 eine gewaltige Sturmflut, die als „Eisflut“ in die Geschichtsbücher Eingang findet. Dass dieses Unwetter direkte Auswirkungen in Thüringen hat, ist zwar nicht sicher, jedoch deuteten sich ab dieser Zeit auch in unserer Heimat die Auswirkungen der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ an.

Die „Kleine Eiszeit“ umfasst zwei große Kälteperioden – die erste von etwa 1570 bis 1630 und die zweite von etwa 1675 bis 1715. Ursache des (für uns Menschen) extremen Klimas ist wahrscheinlich das unglückliche Zusammentreffen mehrerer Umstände, nämlich

  • eine oder mehrere Phasen auffällig geringer Sonnenfleckenaktivität,
  • Änderung(en) der Neigung der Erdachse zur Sonne bzw. des Umlaufs der Erde um die Sonne,
  • gehäufte vulkanische Aktivitäten mit globalen Auswirkungen,
  • ein um etwa 10 % abgeschwächter Golfstrom.

Verstärkt wird das Szenario durch eine Art Teufelskreis, die sogenannte Eis-Albedo-Rückkopplung, was nichts anderes bedeutet, als dass sich in Folge der niedrigen Temperaturen die Eisflächen an den Polen vergrößern und dadurch mehr Sonnenlicht zurück in den Weltraum reflektieren, was wiederum die Abkühlung weiter verstärkt.

1627 – Ein Steuerverzeichnis weist für Oberweißbach 63 Häuser und eine Badestube aus. Das ist erstaunlich, denn derartige Einrichtungen gab es damals vorwiegend in den Städten. In einer Badestube wurde aber nicht nur gebadet, sondern es wurden hier auch andere Dienstleistungen erbracht, wie etwa Haare schneiden, rasieren sowie kleinere chirurgische und zahnärztliche Eingriffe. In größeren Städten – in Oberweißbach selbstverständlich niemals! – dienten Badestuben durchaus auch als Bordell.

1631 – wird der Schultheiß Fritze zu Oberweißbach „erwürget“. Warum? Oder liegt hier ein Lesefehler vor?

1635 – Erneut wird der Thüringer Wald von einer Pestepidemie heimgesucht, die sich im Zuge des 30-jährigen Krieges über ganz Deutschland ausbreitet. In Meuselbach sterben 127 Menschen.

1640 – Oberweißbach wird durch räubernde Banden des kaiserlichen Heeres geplündert und samt Kirche niedergebrannt. Dabei gehen sämtliche im Ort befindliche Aufzeichnungen und Kirchenbücher aus der Zeit vor 1640 verloren. Die Einwohner verbringen den größten Teil des Sommers im Wald.

Die Angabe bei Kiesewetter und Sigismund, es handle sich dabei um einen Angriff der Schweden, ist unzutreffend. General Octavio Piccolomini lagert zu dieser Zeit mit 16.000 bis 20.000 Mann bei Saalfeld, wo er einen Angriff der Schweden unter Feldmarschall Johan Banér erfolgreich abwehrt. Piccolomini kommandiert bis 1634 die Leibgarde Wallensteins und kämpft auch später auf Seiten der kaiserlichen Truppen (Katholische Liga) u. a. gegen die Schweden. Aus Piccolominis Truppe stammen die räubernden Banden. Ihr Motiv: Rache!

100 Jahre später schreibt Pfarrer Friedel:

„Und als eben dasselbst ein Müller aus der Schnepff-Mühle war auf dem Felde erstochen funden und sodann in die Kirche getragen worden, gaben die Soldaten für, es sey ihr Camerade, und nahmen Gelegenheit greulich mit Rauben, Plündern und Anstecken zu hausen. Sie verbranten auch unsere Kirche, Pfarr- und Schul-Häuser und wer des Lebens sicher seyn wollte flüchtete in den dicken Wald…“

Das war kein Heldenstück, Octavio!

1644 – Elsässer berichtet über eine erneute Pestepidemie.

Im gleichen Jahr beantragt der damalige Pfarrer Möller für Oberweißbach zwei Jahrmärkte, wogegen die Stadt Königsee Einspruch erhebt.

1648 – In Großbreitenbach macht der Apotheker Mylius von sich reden. Er gilt als Begründer des Olitätenhandels. Lorentz Andres und Hans Walther werden als erste Balsamträger aus Oberweißbach erwähnt.

1653 – Elsässer berichtet über eine große Hungersnot in unserer Heimat.

1673 – werden der erste Organist und ein 2. Lehrer angestellt. Beide Lehrer zusammen haben rund 200 Kinder zu betreuen.

1679 – Für Oberweißbach werden in diesem Jahr 24 Balsamträger erwähnt.

1683 – erhalten Neuhaus, Schmalenbuche und Lichte ihre eigenen Pfarrer. Vorher musste der Oberweißbacher Pfarrer diese Orte mit betreuen.

1690 – herrscht eine Heuschreckenplage (bis 1691).


Das 16. Jahrhundert

1502 – In den Jahren 1464 – 1502 werden in den Wäldern unserer Gegend 22 Bären erlegt.

1532 – In der Oberherrschaft Schwarzburg wird die Reformation eingeführt.

1533 – wird die Gemeinde Mittelweißbach erstmals urkundlich erwähnt. Zur Gemeinde gehören der Talweg sowie die Häuser der heutigen Rudolstädter Straße 1 – 5 und der „Hügel“.

1550 – wurde Oberweißbach als ein von den Herren von Greußen besessenes Gerichtsdorf erwähnt.

Seit 1571 bestand das Gebiet der Grafschaft Schwarzburg aus zwei nicht zusammenhängenden Territorien. Die Grafschaften im Norden (Schwarzburg-Sondershausen und Schwarzburg-Frankenhausen) wurden als Unterherrschaft bezeichnet. Der Südraum mit Rudolstadt und Arnstadt bildete zunächst die Grafschaft Schwarzburg-Oberherrschaft, die nur bis 1574 bestand und sodann in die Grafschaften Schwarzburg-Arnstadt und Schwarzburg-Rudolstadt geteilt wurde.

Nach einer nochmaligen territorialen Neugliederung durch den Stadtilmer Vertrag vom 21. November 1599 blieben die Grafschaften (ab 1710 Fürstentümer, ab 1918 Freistaaten) Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen bis 1920 im Wesentlichen stabil.

Im Jahre 1600 kaufen die Grafen von Schwarzburg ihr Lehen Oberweißbach von den Herren von Greußen zurück.

Georg von Greußen stellt dabei die Bedingung, dass die Rechte und Freiheiten der Oberweißbacher Untertanen – so das Mälzen, Brauen, Backen und Schlachten – nicht angetastet werden. Die Königseer sind jedoch der Ansicht, dass mit dem Rückkauf des Lehens auch diese Rechte erlöschen (die ihnen übrigens schon immer ein Dorn im Auge waren).

Das 15. Jahrhundert

Sicher als Siedlung und Pfarrei wird Oberweißbach zuerst 1412 erwähnt.

Schon ein Jahr zuvor (1411) wird in anderen Aufzeichnungen der noch Jahrhunderte später in unserer Heimat betriebene Flachsanbau erwähnt. Man hatte also bereits damals erkannt, dass die hiesigen Böden nur für ganz bestimmte Früchte und landwirtschaftliche Produkte Ertrag versprechend sind.

Mit dem Holzabbau muss es, nachdem zunächst die Gewinnung von Ackerland im Vordergrund stand, dann doch recht schnell vorangegangen sein, denn schon 1496 wurden „auf den hohen Wäldern“ 17 Schneidemühlen betrieben. Im gleichen Jahr findet die Herstellung von Pech Erwähnung. Eine Pechhütte befand sich noch im vorletzten Jahrhundert nahe Oberweißbach Richtung Solwiese.

Im genannten Jahr 1496 lebten in Oberweißbach bereits 16 „besessene Männer“, woraus Dr. Hans Eberhardt, der frühere Direktor des Staatsarchivs Rudolstadt, auf eine ungefähre Einwohnerzahl von 80 schließt.


Die alte(n) Oberweißbacher Kirche(n)

Was ist eigentlich ein Positiv? Und wozu braucht man eine Kanzel-Uhr? Beim Durchstöbern einiger alter Dokumente bin ich kürzlich auf ein...