Amtshaus am
Markt 5, erbaut 1831
1934: Carl, Erich,
Amtsgerichtsrat (in Heidelberg – bis 1941); Carl, Frieda.
1949: Jungkurth, Heinrich, Oberwachtmeister; Rentzsch, Heinz,
Fahrmeister; Scharpf, Karl, Justizinspektor.
1957: Internat der Erweiterten Oberschule EOS „Friedrich Fröbel“
Oberweißbach.
DDR-Zeit: Schulküche, Hort.
heute: Sitz der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Schwarzatal, daneben Imbiss
„Am Marktbrunnen“.
Der
namensgebende Marktbrunnen befand sich allerdings auf der anderen Straßenseite
am Fröbelhaus Richtung „Goldener Anker“.
6 (alt: 94)
„Fronfeste“
vor 1900: Fronfeste,
(Gefängnis).
1921: Eberhardt, Alfred, Amtsdiener.
1930: Das Gefängnis wurde zum 1. Februar 1930 geschlossen (Notiz Jenaer
Volksblatt).
1931: Eberhardt, Alfred, Justizoberwachtmeister; Pitzler, Alfred,
Justizwachtmeister.
1933: Pitzler, Alfred, Gerichtswachtmeister; Schubert, Hermann,
Gerichtsvollzieher.
1936: Ludwig, Hermann, Justizwachtmeister.
1941: Ludwig, Hermann, Justizwachtmeister.
1949: Trägner, Dr. Josef, Studienrat; Wollenweber, Ludwig,
Justiz-Angestellter.
Markt 7 – zu
DDR-Zeiten Stadtverwaltung
"Rat der Fröbelstadt"
7 (Alt: 95)
vor 1722: Knabenschule.
1722: abgebrannt.
1750: Knabenschule.
bis 1888: Knabenschule.
1921: Baumann, Fritz, Rektor.
1931: Pätz, Richard, Gewerbelehrer (bis 1933).
1935: aufgestockt.
1936: Bannatz, Edmund, Bürgermeister; Stadtverwaltung.
1941: Kunold, Hermann, Bürgermeister; Stadtverwaltung.
1949: Rum, Heinz, Bürgermeister.
DDR-Zeit: Rat der Fröbelstadt.
heute: Thüringer Glasboutique.
8 (alt: 96)
Gasthof „Zur
Schenke“
Der Gasthof „Zur
Schenke“, vormals „Zum Erbprinzen“ war lange Zeit in Pacht der Familie Preunel,
deren Wurzeln sich bis zum 30-jährigen Krieg zurückverfolgen lassen.
Die Preunels
Alles begann
wohl mit einem Pfarrer, der aus Falkenau (Eger) nach Mellenbach kam. Sein Sohn,
Sebastian Preunel, war später Organist in Oberweißbach († 1703). Ab der
folgenden Generation sind die Preunels Metzger und Fleischer – in Oberweißbach
und in Leibis.
Aber auch ein
Barbier, der wohl zugleich Chirurg war (früher wurden „Kleinigkeiten“ vom
Friseur erledigt), ein Arzt und ein Brauer finden sich in der Ahnenreihe.
Erster Pächter
des Gemeindegasthofes, der bis 1857 in der Mitte der Straße auf dem Markt
stand, war vermutlich Martin Preunel. Der hatte 10 Kinder.
Gasthaus „Zum
Erbprinzen“ 1898
rechts daneben das noch nicht aufgestockte Gebäude der Gemeindeverwaltung
(bis
1887 Knabenschule)
Sein Sohn Ernst
heiratete 1866 eine junge Frau (Caroline Ida, geb. Franke), die ihm ein Kind
zur Welt brachte, welches nur 3 Stunden gelebt hat. Ein Jahr später, mit noch
nicht 23 Jahren, starb sie auf bizarre Weise: Sie fiel von der Scheune. Ihr
Grabstein, von Manfred Franke vom alten Schutt gerettet, liegt seit 2024 beim
Autor im Garten – falls jemand Ansprüche erhebt.
Bruno Oeler,
dessen Name groß am Hause prangte, heiratete 1911 die Witwe Anna Preunel und
führte den Gasthof weiter.
Der Gasthof „Zum
Erbprinzen“
1857 brannte der
frühere Gemeindegasthof in der Mitte des Marktplatzes ab und wurde in das
„Wilhelmsche Haus“ (heutiger Standort, vormals evtl. 2 Gebäude) verlegt.
Bereits der alte
Gemeindegasthof trug mindestens ab 1832 den Namen „Zum Erbprinzen“. Welcher
Erbprinz gemeint ist, ergibt sich aus den Daten des Hauses
Schwarzburg-Rudolstadt:
Am 2. April 1832
wurden „sämtliche Schultheißen“
(des Amtsgerichtsbezirkes Oberweißbach)
anlässlich der Amtseinführung des Amtmanns Keller
im „Gasthofe zum Erbprinzen
bewirthet“
(Auszug aus dem Gemeindebuch)
Der bis 1867
regierende Fürst Friedrich Günther hatte 3 Kinder:
Friedrich
Günther (jun.) starb bereits 1821 mit rund 3 Jahren; der zweite Sohn Günther,
geb. 05.05.1821 war 1832 noch am Leben, starb aber 1845.
Ernst Preunel
Gasthaus „Zum Erbprinzen“ (undatiert)
Er könnte
demnach „unser“ Erbprinz gewesen sein. Der 3. Prinz Gustav Adolf lebte von 1828
bis 1837, kommt also ebenfalls als Namensgeber in Frage.
Da Fürst
Friedrich Günther bei seinem Tod 1867 keine lebenden Nachkommen hatte, führte
sein Bruder Albert als Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt die Regierung bis 1869,
gefolgt von seinem Sohn Georg Albert (der auf dem Hügel recht fruchtbar war).
Georg Albert blieb unverheiratet und starb 1890 (offiziell) kinderlos – im Amt
des Landesfürsten gefolgt von seinem Cousin Günther Victor, dem letzten Fürsten
von Schwarzburg-Rudolstadt, von 1909 bis 1918 in Personalunion zugleich Fürst
von Schwarzburg-Sondershausen.
Die Fleischerei
Die Fleischerei
Preunel befand sich im Hause der heutigen Poststelle Sonneberger Straße 3. Es
muss aber noch ein zweites Geschäft im Ort gegeben haben – ich vermute neben
der Apotheke, Rudolstädter Straße 78.
Das Haus
1811: „unterer
Bäcker“, Georg Gottfried Wilhelm.
mindestens ab 1811: Bäckerei Wilhelm,
mindestens ab 1823: Laborant Nicolaus Wilhelm, der 1823 eine Kegelbahn
errichtete.
1832: Gasthof „Zum Erbprinzen“.
1857: Gemeindegasthof.
1881: Preunel; Ernst, Bierbrauerei, Fleischer, Gastwirtschaft.
1906: Preunel, Ernst, Witwe, Gasthof.
1909: Preunel, Ernst, Witwe, Inh. Robert Preunel, Fleischermeister und
Gastwirt.
1921: Oeler, Bruno, Gastwirtschaft und Fleischerei.
1931: Oeler, Bruno, Gastwirtschaft „Zum Erbprinzen“.
1933: Krauße, Walter, Fleischer; Oeler, Bruno, Fleischermeister,
Fleischerei u. Gasthaus „Zum Erbprinzen“; Oeler, Marta; Preunel, Ernst,
Schlosser; Witschel, Albert, landw. Arbeiter.
1936: Oeler, Bruno, Gasthaus „Zum Erbprinzen“.
1949: Karhweg, Emil, Invalid; Oeler, Anna, Gastwirtin; Schamberger,
Paul, Fleischer.
1956: Oeler, Anna, Gastwirtin.
1975: Gaststätte „Zur Schenke“.
Stammbaum
Preunel in Teilen vorhanden.
>>> andere
Straßenseite abwärts <<<
9 (alt: 231-233)
Gasthof
„Goldener Anker“
1881: Koch, Meta, Gastwirtschaft.
1906: Koch, Karl, Gastwirt „Zum goldenen Anker“ (bis 1931).
1936: Koch, Anna (Inhaberin), Hoteliere.
1949: Bergmann, Max, Fabrikant
danach: Ilse Bergmann.
DDR-Zeit: FDGB-Ferienheim „Am Markt“.
1999: abgebrannt und abgerissen.
Gasthof „Zum
goldenen Anker“
(beide Fotos sind nicht datiert)

Oberer Markt auf
historischen Postkarten
Zu 9 (alt: 232)
1933: Joch, Käthe,
Hausgehilfin; Koch, Anna, Hoteliere; Koch, Rudolf, Geschäftsführer; Wenk,
Lucie, Hausgehilfin.
10 (alt: 235)
Fröbelhaus
(vormals Pfarrhaus)
vor 1640: Pfarrhaus.
1640: abgebrannt.
1647 – 1651: Neubau des jetzigen Gebäudes nach dem Brand.
1782: Geburtshaus Friedrich Fröbel.
1900: Entstehungsbrände am 11. und 12. April.
1909: Drescher, Pfarrer.
1921: Kirsten, Alfred, Pfarrer, Oberpfarrer (bis 1933).
1936: Schmidt, August, Pfarrer (bis 1941).
Von Pfarrer
August Schmidt liegt ein umfangreicher Lebenslauf mit vielen Bezügen zu
Oberweißbach vor.
1937: Kindergarten
(bis 1982).
1982: Fröbelmuseum.
11 (alt: 236)
Ehem. „Mädchenschule“
vor 1734: Backhaus.
ab 1734: Gemeindekeller.
1808: Vergrößerung Gemeindekeller.
1812: Tanzsaal auf dem Gemeindekeller.
1859: 20. Oktober: Einweihung der Mädchenschule.
1921: Uting, Emil, Organist (Mädchen-Lehrer).
Markt 10 –
Fröbels Geburtshaus
mit Marktbrunnen, Spritzenhaus und Friedhofseingang
noch 11 (alt:
236)
bis 1945:
Flüchtlingslager.
später: Glühlampenfabrik Gebr. Ludwig.
dann: Zentrale Ausbildungsstätte (ZAS) des NARVA-Glühlampenwerkes.
dann: Abriss und Neubau.
2019: AWO betreutes Wohnen.
Werkunterricht
in der DDR:
Hier
war u.a. die Wirkungsstätte von Herrn Preuß, die wir zwecks Werkunterrichts
wöchentlich aufzusuchen hatten.
Herr Preuß trug
stets einen hellblauen Perlon-Kittel, in dessen Taschen sich eine Unmenge
kleiner Bleistift-Stummel befand.
Zentrale
Ausbildungsstätte (ZAS) des NARVA-Glühlampenwerkes
in den 1970er Jahren
Gefertigt wurden
im Werkunterricht z.B. Holzkästchen mit mehreren Fächern, etwa für
verschiedene Größen von Nägeln, ein Schürhaken für den Kachelofen und später –
bei Herrn Lichtenheldt oder Herbert Bachmann – das obligatorische Scharnier.
Sägen, Feilen, Bohren…
12 (alt: 237)
Haus oberhalb
Gasse.
vor 1804: (Vorgängergebäude) zur
Mädchenschule gehörig.
1857: abgebrannt.
1904: Steindruckerei Raimund Harraß.
1904: brennen dieses Haus sowie evtl. früher daneben oder dahinter
gelegene Wohnhäuser nebst Scheunen und Schuppen ab.
Von Raimund
Harraß gedrucktes Fröbel-Porträt
1909: Harraß,
Raimund, Buch- und Steindruckerei.
1921: Harraß, Raimund, Kaufmann, Lithographische Anstalt; Franke, Karl,
Lithograph; Franke, Emma.
1931: Harraß, Raimund, Kaufmann, Lithographische Anstalt
(Steindruckerei).
1933: Harraß, Raimund, Buchhändler.
1936: Franke, Karl,
Steindruckerei, Lithograph (bis 1949).
1949: Preßler, Arno, Thermometermacher.
später: Textilwaren Zerrenner.
DDR-Zeit: HO-Elektrowaren (Zerrenner).
Bei Frau
Zerrenner konnte man die begehrten K 60 Magnetband-Kassetten erwerben, das
Stück zu 20 Mark. Aber auch Klingeldraht, Glühlampen, Taschenlampen nebst
Batterien, Radios, Fernseher, Stromregler oder Konverter konnte man kaufen.
Stromregler? Ja,
wegen der Stromschwankungen.
Und Konverter?
Der war unverzichtbar, denn – im Zusammenspiel mit einer ebenfalls bei Frau
Zerrenner erhältlichen Antennen-Weiche – ermöglichte dieses kleine Gerät den
perfekten Empfang von ARD und ZDF.
Markt 1925
Markt 1957
Markt undatiert
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