02 März, 2026

Dr. Robert-Koch-Straße

1 (alt: 100e)

1933: Müller, Anna, Witwe; Müller, Rudi, Glasbläser; Pichulek, Karl, Glasbläser.

2 (alt: 100f)

3 (alt: 100g)

Wächter – Villa

1933: Appelfeller, Hugo, Glasbläser; Appelfeller, Rudolf, Zimmermann; Nentwich, Heinrich, Schlosser.
1936: Wächter, Hans, Rechtsanwalt († 1946) & geb. Thalacker, Ottilie aus Erfurt, deren Söhne: Hans-Heinz (*1914) und Karl-Jürg (*1916).

1940er Jahre: Wächter, Karl-Jürg, Kapitänleutnant, Kommandant U 2503, † am 03.05.1945 mit 29 Jahren nach britischem Jagd­bomberangriff im Kleinen Belt bei der Insel Omö/Dänemark ums Leben gekommen. Das U-Boot befand sich auf dem Weg nach Norwegen. Wächter konnte zwar lebend geborgen werden, starb aber an Land (Aussage Kapitänleutnant Oskar Curio, der nur als Gast an Bord war, nach dem Ausfall des Kapitäns jedoch als ranghöchster Offizier das Kommando übernahm).


Kapitänleutnant Karl-Jürg Wächter
1916 – 1945

1941: Schneider, August, Real-Oberlehrer; Wächter, Hans, Rechtsanwalt.
1945: Sitz der amerikanischen Militärverwaltung (April – Juni).
1949: Mehr, Benno, Schornsteinfeger; Zettlitzer, Anna.
heute: Ferienwohnung XXL.

Geschichte, erzählt von der „Schenken-Grete“ 1990/91:

Die ältere Nachbarin fragt den Rechtsanwalt Wächter: „Was muss man bezahlen, wenn ein Hund ein Huhn tot beißt?“
Rechtsanwalt: „Na ja so 5 RM.“
Nachbarin: „Dann bekomme ich jetzt 5 RM von ihnen; ihr Hund hat mein Huhn getötet.“
Sagt Dr. Wächter: „Dann sind wir quitt; Sie hatten ja jetzt eine Rechtsberatung.”

Und am Tresen saß ein älterer Herr.

„Du hast doch beim Wächter gelernt! Hast du auch beim ihm gearbeitet?”
„Och, nö. Ich bin woanders hin gegangen; der Wächter war ja immer so knickrig.”


Villa Wächter
Von einem Gemälde abfotografiert

4 (alt: 100h)

1933: Ehrhardt, Oskar, Glasbläser; Walther, Ernst, Rentner; Wilhelm, Maximilian (Maxim), Kaufmann (bis 1949); Wilhelm, Gertrud, Glaswaren­fabrik (Betrieb: Rudolstädter Str. 48).
1949: Wilhelm, Gertrud, Hausfrau.
DDR-Zeit: Wilhelm.

5 (alt: 100i)

„Hilarius“

(?): Wilhelm, Karl, Kaufmann, Fabrikant (bis 1949); Wilhelm, Elisabeth.
1949: Schmidt, Walter, Holzhauer.
DDR-Zeit: Bock.

6 (Alt: 100j)

1936: Lampe, Friedrich, Fabrikant (bis 1949).
1949: Trapp, Eduard, Handelsvertreter.
1956: Mey, Emil, Musiklehrer.
DDR-Zeit: Mey.

9

Keine Angaben.

18

Evtl. Druckfehler?

1949: Wächter, Ottilie (Ehefrau von Dr. Wächter).


***


Fröbelstraße


Landambulatorium
erbaut 1953 – Aufnahme von 1954

1

1975: Trapp, Rudolf, Liköre.

2

3 (alt: 100b)

1956: KONSUM Schuhgeschäft.

4 (alt: 100c)

1933: Keller, Irma, Lehrerin.

4 (neu)
Landambulatorium (seit 1953).

1956: Stein, Karl, Dr. med.

4a (neu)
Kindergarten
.

5 (alt: 100a)
Wannen-Bad (?)

(?): Gretsch, Max, Hausmeister, Kassierer (bis 1949); Gretsch, Rosa.
1949: Höhn, Werner, Holzarbeiter.

6

(?): Leidenfrost, Wilhelm; Leidenfrost, Hedwig, geb. Dobenecker.
1941: Leidenfrost, Dr. Wilhelm
.

Dr. Leidenfrost mit Ehefrau

1949: Leidenfrost, Dr. Wilhelm (einziger Autobesitzer nach dem Krieg).
1956: Leidenfrost, Dr. med., ab 1953 Ambulanz?
DDR-Zeit: Staatl. Tierarztpraxis Fritz Rammner.

7

(?): Drechsler, Paul, Bankvorstand, Kaufmann, Buchhalter, Prokurist (bis 1956); Drechsler, Martha.
1949: Krahnert, Dr. Werner, Tierarzt.
1975: Leidenfrost.

7a (neu)

8

(?): Pichulek, Karl Paul, Fabrikant, Glasbläser (bis 1949); Pichulek, Marie.
1933: Müller, Anna, Witwe, Müller, Rudi, Glasbläser.
1975: Rau, Gertrud.

8a (neu)

9 (alt: 100f)

1933: Wachsmuth, Rudolf, Postschaffner.
(?): Wachsmuth, Rudolf, Postschaffner (bis 1949); Wachsmuth, Irmgard.
1936: Eilhauer, Robert, Glasbläser (bis 1941).
DDR-Zeit: Wachsmuth.

9a (neu)

Keine Angaben

Fröbelschule – eingeweiht am 1. September 1939


Schulgarten – Unterricht mit Herrn Josef Trägner (1970er Jahre)

10

(?): Wittke, Walter, Kaufmann (bis 1949); Wittke, Emma.
DDR-Zeit: Wittke.

10a (?)

1949: Thiemich, Bruno, Schulhausmeister.

11 (?)

1949: Arndt, Anna, Witwe; Jahn, Martha, Gärtnerin; Pfuch, Hans, Förster.

12

Fröbelschule

1939: Fröbelschule.
1949: Bähring, Walther, Werkmeister; Eichhorn, Eleonore, Hausfrau.
1957: Erweiterte Oberschule (EOS).
DDR-Zeit: Polytechnische Oberschule (POS)

Exkurs: Schulgeschichte

Über die Anfänge der Schulbildung in Oberweißbach schreibt Gerold Mosig:

„Bis zum Ende des Mittelalters gab es in den Waldorten unserer Region keine Schulen. Erst 1531 mit der Einführung der Reformation, die in der Oberherrschaft der Grafschaft Schwarzburg 6 Jahre nach Beendigung des Großen Deutschen Bauernkrieges erfolgte, wurde der erste Anstoß zur Unterweisung von Kindern gegeben. Es wurde aber nur eine Unterweisung der Knaben angeordnet, was die damalige soziale Stellung der Frau unterstrich. In einem Visitationsprotokoll von 1533, das bei der Überprüfung der Pfarrer unseres Gebietes aufgenommen wurde, heißt es: ‚Er (der Pfarrer – d. V.) soll an jedem Feiertage mit den Knaben den Katechismus behandeln ...‘

Als erster Unterrichtsraum diente die alte Kirche auf dem Friedhof.“

Und weiter:

„Als Gründungsjahr der ersten Oberweißbacher Schule wird das Jahr 1609 angesehen, da erst ab diesem Zeitpunkt nach­weislich ein Kantorat existierte. Der Kantor Preunel wird als erster Lehrer erwähnt.“

Dieser Satz ist unklar, denn Sebastian Preunels Vater Christoph war erst von 1637 – 1661 Substitut und dann Pfarrer in Mellenbach. Sebastian Preunel starb 1703.

Sicher ist folgendes:

1640: wird eine damals bereits bestehende Oberweißbacher Schule „in Asche gelegt“.

1673: Sebastian Preunel wird erster Organist (Mädchen­schulmeister) in Oberweißbach.

1699: Die Schulchronik enthält Beschreibungen der Organistenwohnung (Sebastian Preunel) und der Wohnung des Knabenschulmeisters (Johann Schneider).

1712: Bericht des Pfarrers Martin von Rein zu den Schulver­hältnissen in Oberweißbach.

1736: Die Diakonatswohnung inkl. Organistenwohnung befinden sich in einem Gebäude in der Mitte des unteren Marktes. Das Haus wird vom Bach unterflossen, weshalb es dort stets nass ist und im genannten Jahr bereits akute Einsturzgefahr besteht.

Erklärung: Der Diakon war damals der 2. Geistliche im Ort. Der Begriff hat nichts mit der heutigen Diakonie zu tun.

1736: ist von zwei Oberweißbacher Schulgebäuden die Rede. In der Folge werden laut Ernst Vogler immer wieder alte Gebäude und sogar Scheunen notdürftig in Schulen umgebaut.

1722 und 1737: In diesen Jahren brennen das Gebäude der Mädchenschule (1722 auch der Knabenschule) ab – allerdings fehlen diese Angaben in Ernst Voglers Chronik.

1750: beschreibt Pfarrer Johann Paul Friedel eine „große Schulstube, worin sonst die Knaben und Mägdlein zusammen gegangen sind und die Information vom Schuldiener und Organisten zugleich angestellet worden, aber anno 1750 ist auf meine und der Gemeinde Bitte solches geändert und dem neuen Pastori Minner allein die Information derer Knaben und dem neuen Organisten Ehrhardt die Unterweisung derer Mägdlein anbefohlen worden.“

Schule war täglich 3 Stunden am Vormittag und 3 Stunden am Nachmittag – Mittwoch- und Samstagnachmittag war frei. Die Schulferien im Sommer dauerten 6 Wochen, begannen aber später als in tiefer gelegenen Orten, so dass die Kinder, ohne Schule zu versäumen, den Eltern bei der Ernte helfen konnten. Außerdem war in den ersten beiden Wochen der „Ferien“ noch Schule – aber nur vormittags.

1824: wird die Küche aus der Mädchenschule herausge­nommen, um mehr Platz zu schaffen. Die Mädchenschule befindet sich zu dieser Zeit an Stelle des späteren Amts­gerichtes (heute Markt 5).

1837: befindet sich die Knabenschule am Markt im heutigen Haus Markt 7.

1838: erfolgt eine große Reparatur der Knabenschule.

1857: brennen das Diakonat und die Mädchenschule ab.

1858: Die Mädchenschule bezieht ein vorläufiges Domizil im Schönauischen Gartenhaus hinter der Apotheke.

1859: wird an Stelle des Gemeindetanzsaals links neben dem Fröbelhaus die Mädchenschule errichtet und eingeweiht.

1859: betreuen:

·  der Kantor = 114 Knaben,

·  der Elementarlehrer = 119 Kinder,

·  der Organist = 127 Mädchen.

1868: betreuen 3 Lehrer 356 Kinder, so dass auf jeden Lehrer 118 Kinder kommen.

1872: werden 373 Kinder von 3 Lehrern unterrichtet.

1873/74: Es unterrichten:

·         Kantor Lange = 105 Knaben

·         Organist Wiegand = 93 Mädchen

·         Mittelklasse (Kemtner) = 85 Kinder

1884 – 1886: herrschen in der Knabenschule am Markt 7 unerträgliche Zustände (Hygiene, Raumnot, Enge, dunkle,
z. T. unter Straßenniveau liegende Räume).

1885: wird die Elementarklasse im Konfirmandensaal untergebracht. Die Gemeindescheune, in der sich auch die Spritzenremise befindet, sowie ein Teil des Diakonatsgartens werden zum Bau einer neuen Schule „ausersehen“.

Erklärung: Eine Elementarklasse oder Elementarschule war damals eine Art Grundschule (Lesen, Schreiben, Rechnen, Religion) für das einfache Volk.

1886: wird die Genehmigung zum Bau einer 4-klassigen Schule erteilt.

1887: will die Gemeinde die Spritzenremise „ganz aus dem Schulhaus wegbringen“.

1888: Am 18. Oktober wird die neue Schule (Markt 4) als Knabenschule eingeweiht. Die Mädchenschule befindet sich weiterhin gegenüber (Markt 11).

1890: wird Schwammbefall in der alten Knabenschule (Markt 7) festgestellt.

1890: zieht das „Institut“ in den Konfirmandensaal ein, nachdem es schon seit 1850 immer wieder Gründungen und Auflösungen eines „Höheren Lehr- und Erziehungs-Instituts“ gegeben hatte.

1898: erfolgen Anzeigen gegen mehrere Kinder wegen Diebstahls und Vogelstellens.

1920: Errichtung der Berufsschule.

1923: Einrichtung der Realschule.

Erklärung Realschule (oder Mittelschule): Diese Schule galt als „höhere Schule“ mit geringerem Anspruch als das Gymnasium, aber deutlich über dem Niveau der Volksschule. Sie diente primär dazu, den Nachwuchs für den mittleren Dienst, den kaufmännischen Bereich, die gehobene Verwaltung oder gehobene technische Berufe auszubilden.

In dieser Zeit herrscht ein wahres Gewirr unterschiedlicher Schultypen im Haus Markt 11. Es gab dort:

·         die Volksschule,

·         die Mittelschule,

·         die Realschule und

·         eine Knaben- und Mädchenberufsschule.

Es gab also – lt. Ernst Vogler – 12 Klassenräume für 3 Schulgattungen (offenbar ohne die Berufsschule) mit rund 600 Schülern. Unvorstellbar!

1937: wird ein Schulerweiterungsbau erwogen. Dazu soll das Gebäude der Mädchenschule (Markt 11) aufgestockt werden.

Der Vorschlag, einen Neubau zu errichten, wird aber zunächst wieder verworfen, obwohl der Bauplatz am „Lichtenhainer Weg“ bereits erworben war und nun wieder verkauft wird (Ecke Lichtenhainer und Fröbelstraße).

Am 14. August 1937 berichtet das „Oberweißbacher Bezirksblatt“, dass nun doch ein Neubau erfolgen soll (Beschluss vom 12.08.1937). Sogleich finden sich Interessenten für die dadurch freiwerdenden Gebäude Markt 11 (der Fröbelverein) und Markt 4 (die Glühlampenfabrik Marquardt & Albrecht, bis dahin im Haus Sonneberger Straße 122). Doch daraus wird nichts – sowohl die Schule neben dem Fröbelhaus (ehem. Mädchenschule) als auch diejenige am Kriegerdenkmal (ehem. Knabenschule) werden noch bis nach der „Wende“ 1990 als Schulgebäude weitergenutzt.

Am 31.08.1937 werden die Maurerarbeiten für die neue Fröbelschule an die Maurermeister Rudolf Franke und Paul Walther vergeben, die Zimmererarbeiten an den Zimmermeister Max Appelfeller. Architekt ist Carl Dinkler.

Am 07.09.1937 beginnen die Bauarbeiten.

Am 27.09.1937 wird der Grundstein gelegt.

Am 23.10.1937 sind die Arbeiten bereits weit fortgeschritten; der Bau soll noch 1937 „unter Dach“ gebracht werden.

Am 07.05.1938 wird Richtfest gefeiert, worüber das „Oberweißbacher Bezirksblatt“ am 09.05. berichtet. Der Zimmerergesell Paul Götze verfasst und spricht den Richtspruch.

13

ehem. Gärtnerei.

1956: Jahn, Rudolf, Gärtnerei.
1975: Jahn, Rudolf, Gartenbaubetrieb.
später: Meusel.

26

(?): Henkel, Paul, Glasbläser (bis 1941); Henkel, Hildegard.
1941: Malsch, Ernst, Bezirksschornsteinfegermeister;
Malsch, Luise.
1949: Henkel, Hildegard, Hausfrau; Malsch, Louise, Hausfrau; Walther, Marie, Witwe.

27

1936: Kellner, Klara, Schneiderin; Walther, Else, Witwe.
1941: Jäger, August, Verwaltungsinspektor a.D.; Kellner, Klara, Schneiderin; Walther, Else, Witwe.
1949: Hadenfeld, Detlef, Glasmaler; Walther, Else, Witwe.

Einholen der US – Flagge am 1.  Juli 1945

28 – abgerissen, ehem. Eingang NARVA)

AB 1949: Gehrki, Hanna, Schneiderin.

AWG – Blöcke

44 und 45 (neu)

46

(?): Appelfeller, Hugo; Appelfeller, Elise.
1936: Nentwig, Heinrich, Schlosser.
1949: Appelfeller, Hugo, Fabrikant.

47

(?): Ehrhardt, Oskar, Glasbläser (bis 1941); Ehrhardt, Anna.
1936: Ehrhardt, Oskar, Glasbläser; Walther, Ernst, Rentner (bis 1941).
1949: Ehrhardt, Anna, Hausfrau; Heinze, Liebrecht, Kaufm.
1956: Henkel, Walther, Fuhren (bis 1975).

Einweihung „Neue Straße“ zwischen Dr.-Robert-Koch-Straße
und Lichtenhainer Straße (ohne Datum)

48 – ehem. Kinderkrippe

1941: Steinbach, Karl, Ober-Gerichtsvollzieher (bis 1949).
ehem.: katholischer Pfarrer.

51

Nach 1954: Appelfeller.

***

Lichtenhainer Straße

Kirche (undatierte Aufnahme) noch ohne Lichtenhainer Straße
kaum zu erkennen: Friedhofsmauer mit Torbogen


Kirche Anfang der 1940er Jahre – mit neu bebauter Lichtenhainer Straße
und neuem Pfarrhaus

Es folgt nun ein kleines Ratespiel, denn die Hausnummern der Lichtenhainer Straße wurde nicht nur einmal geändert. Damit nicht der Eindruck entsteht, Frau Meier wohne neuerdings bei Herrn Schulze, worüber Herr Meier gar nicht erfreut ist, werden die Daten hier so dargestellt, wie sie in den einzelnen Adress­büchern aufgeführt sind – mit den Hausnummern, die im entsprechenden Jahr galten.

Viel Spaß beim Raten!

1936

2:         Trapp, Rudolf
3:         Bock, Paul, Themometermacher
4:         Schäftlein, Paul
5:         Schwadten, Lina
6:         Engel, Albin
7:         Großmann, Walther
8:         Möhring, Karl
9:         Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich
11:       Benz, Friedrich, Arzt
12:       ?
13:       Lattermann, Adolf
14:       Escher, Ernst


1941

2:         Trapp, Rudolf
3:         ?
4:         Schäftlein, Paul
5:         Schwadten, Lina
6:         Schwabe, Max; Engel, Albin
7:         Großmann, Walter; Lattermann, Alfred
8:         Möhring, Karl
9:         Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich; Lichtenheldt, Kurt & Anna
11:       Benz, Friedrich, Arzt
12:       ?
13:
       Lattermann, Adolf
14:       Escher, Ernst


1949

1:         Pfarrhaus
2:         Trapp, Rudolf
3:         Süßenguth, Rudolf; Götze, Erich, Elektriker
4:         Pitzka, Josef; Schäftlein, Paul
5:         Löffler, Hermann, Glasarbeiter; Schwadten, Lina
6:         Schwabe, Gerda, Witwe; Engel, Thekla, Witwe
7:         Lattermann, Alfred; Lattermann, Paul; später: Rau
8:         Möhring, Karl; Großmann, Walter
9:         Burski, Anna; Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich, Kraftfahrer
11:       Benz, Friedrich, Arzt; Metz, Hildegard
12:       Lattermann, Adolf, Dekorationsmaler
13:       Escher, Ernst, Leitungsaufseher; Escher, Ella

Es gab zwei Damen namens Ella Escher.

1. Ella Escher (damals noch unverheiratet) war u.a. BDM-Führerin. Ein Foto – vermutlich von 1937 – zeigt sie mit einer Mädchengruppe am „Schützenhaus“

2. Die andere Ella Escher, geb. Gräf aus Cursdorf) war verheiratet mit Rudi Escher, dem Sohn von Ernst Escher, und hatte später das HO-Geschäft {Haushalts- und Industriewaren) in der Rudol­städter Straße 70.

14:       Gärtner, Fritz; Sauerteig, Fritz
15:       ?
16:
       Dinkler, Irene, Witwe; Albust, Herta

Familie Dinkler (undatierte Aufnahme)

17:       Treichel, Hermann; Walther, Ernst
18:       Walther, Lina
19:       Müller, Fritz

2026 (zur Orientierung)

2-3:      Lichtenheldt-Glas
8-9:      Salix (ehem. LPG)
14:       letztes Haus Richtung Lichtenhain
15:       dahinter, zurückgesetzt
16:       existiert nicht
17:       erstes Haus aus Richtung Lichtenhain rechts
29:       Trapp, Rudolf
30:       Pfarrhaus



Lichtenhainer Straße - von Osten


Lichtenhainer Straße - von Süden

Haus Trapp – Lichtenhainer Straße 29


***


Talweg (Mittelweißbach)

Der Talweg am nordöstlichen Ende von Oberweißbach umfasst heute die Hausnummern 1 bis 25. Bis 1892 bildeten dieser Teil Oberweißbachs sowie die ersten beiden Häuser der heutigen Rudolstädter Straße die selbständige Gemeinde Mittelweißbach.

Erstmals erwähnt wird Mittelweißbach nach unbestätigten Überlieferungen entweder 1503 oder 1533. Die früheste bislang nachweisbare Erwähnung erfolgt am 27. Oktober 1537 in einem Zinsregister (Quelle: Kahl, Thür. StA Rudolstadt, AC 605).

(alt: 1)

1956: Oberthür, Carl, Schnepfenmühle (zu Oberweißbach) siehe auch Rudolstädter Straße 67.

1 (alt: 2)

„Flore“ (Wer war eigentlich die Florine?)

1921: Ludwig, Anna, Tagelöhnerin (bis 1949).
1923: Eichhorn, Fritz, Glasbläser (bis 1949).
1931: Bätz, Rudolf, Schieferbrucharbeiter.
1933: Ludwig, Fritz, Glasbläser.
1949: Eichhorn, Helmuth, Glasbläser.

2 (alt: 3)

„Ruppel“

1911: Walther, Otto, Kistenmacher, Glasbläser (bis 1949).
1921: Ehrhardt, Arno, Maurer (bis 1941).
1933: Walther, Herta, Glasarbeiterin (später: Wirtin „Zum Fröbelturm“); Witzmann, Hugo, Handelsmann.
1949: Schünzel, Kurt, Dekorationsmaler.

3 (alt: 4)

„Topfhampens“ (?)

Das Gespensterhaus! So jedenfalls nennt es meine Enkelin Mia. Das Haus scheint schon seit langem unbewohnt und ist im Sommer hinter wildem Grün kaum noch zu entdecken.

Den Unterlagen zufolge brannte dieses Haus kurz hinter­einander zweimal ab, nämlich am 16.01.1913 und am 01.04.1914.

1913: Schmidt, Rosalinde (bis 1933).
1921: Götze, Otto, Holzmacher.
1931: Schmidt, Ernst, Fleischer (bis 1933).

Gab es hier einst eine Fleischerei? Oder hat der Fleischer nur hier gewohnt?

4 (alt: 5)

„Semmels Kurt“ (ehem. Bäckerei)

1921: Ludwig, Louis, Zeugarbeiter, Bautischler (bis 1933).
1931: Ludwig, Arno, Glasbläser.
1933: Ludwig, Gertrud, Glasarbeiterin.
1936: Koch, Kurt, Glasbläser (bis 1949).

? (alt: ?)

(?): Anders, Arthur, Fabrikarbeiter (bis 1921); Anders, Helene, (bis 1941); Anacker, Dr. med. Otto, Arzt.
1933: Anders, Alfred, Glasbläser (bis 1949); Anders, Willy, Bäcker.

5 (alt: ?) – Leerstand

(?): Köhler, Oskar, Holzarbeiter (bis 1949); Anders, Lina.
1925: Köhler, Hugo, Glasbläser (bis 1956); Köhler, Frieda.

6 (alt: ?)

DDR-Zeit: Ladenthin

7 (alt: ?)

„Wurscht“ (ehem. Fleischerei)

(?): Schmidt, Ernst, Hausschlächter (bis 1949); Schmidt, Ida.
1936: Schmidt, Rosalinde, Witwe (siehe alt 3 – bis 1941).
1949: Walter, Erich, Glasbläser.
1975: Schmidt, Günther.


8 (alt: 6a)

1921: Eilhauer, Albin, Schieferdecker (bis 1941).
1931: Eilhauer, Selmar, Thermometermacher.
1933: Eilhauer, Ernst, Bauhilfs­arbeiter; Eilhauer, Helene, Glasarbeiterin, Eilhauer, Hugo, Hausarbeiter (bis 1941); Eilhauer, Robert, Glasbläser (bis 1949).
1949: Eilhauer, Frieda, Hausfrau.
1975: Dittrich.

9 (alt: 7) – abgerissen

„bei Meisters“.

(?): Malter, Wilhelm, Thermometermacher (bis 1949); Malter, Anna.
1921: Malter, Karl, Glasbläser.
1949: Matz, Rudolf, Holzhauer.


 Wilhelm Malter

? (alt: 9c)

1933: Wilhelm, Arthur, Kaufmann.

10 (alt: 8)

1920: Jahn, Richard, Schieferdecker (bis 1921).
1920: Dachstuhlbrand am 29.11.1920.
1931: Witzmann, Hugo, Barbier.
1933: Jahn, Else, Glasarbeiterin; Jahn, Albert, Schieferdecker (bis 1941); Jahn, Albin, Glasbläser (bis 1949).

Barbier Hugo Witzmann: Ein Barbier war ursprünglich nur für Männer zuständig (Bartrasur). Er arbeitete manchmal in Badehäusern, was die Frage aufwirft: Gab es ein solches – wie in Oberweißbach – sogar in Mittelweißbach? Im 20. Jahrhundert war der Beruf allerdings ein Auslaufmodell – es wird sich bei Herrn Witzmann wahrscheinlich um einen Friseur gehandelt haben, der lediglich noch die alte Berufsbezeichnung trug.

11 (alt: 9)

(?): Großmann, Paul, Thermometermacher (bis 1949) & geb. Franke, Helene.
1921: Franke, Ernst, Waldhüter.
1933: Großmann, Erika, Glasarbeiterin (bis 1936).

12 (alt: 10) heute 11 (?)

Auf diesem Grundstück befindet sich ein Stein, dessen Bedeutung bisher leider nicht geklärt werden konnte. Er zeigt die Initialen „J.H.A“ (A. evtl. für Anders), einen Mörser, wie ihn vormals die Laboranten und Olitäten­händler verwendet haben, sowie die Jahreszahl 1810 (Stammbaum Anders teilweise vorhanden).


Talweg 11 – Wer erkennt jemanden?


Talweg 12 – Erinnerung an den Olitätenhandel

Talweg 12 – Dreschen bei Hennigs

(?): Hennig, Albert, Porzellanmaler, später Forstaufseher (bis 1949); Hennig, Martha, geb. Anders.
1921: Kemter, Hugo, Tischler (bis 1931); Meusel, Edmund, Fabrikarbeiter.
1933: Hennig, Arno, Bäcker; Hennig, Frieda, Glasarbeiterin; Hennig, Rudolf, Arbeiter, Glasbläser (bis 1949).
1949: Enders, Frieda, Hausfrau.

13 (Alt 11)

(?): Eilhauer, Rudolf, Handarbeiter (bis 1949); Eilhauer, Helma.
1921: Schneider, Ida, Tagelöhnerin (bis 1949).
1931: Schneider, Karl, Glasbläser (bis 1941); Schneider, Anna.
1933: Eilhauer, Albert, Glasbläser; Eilhauer, Ella, Glasarbeiterin; Eilhauer, Esla, Glasarbeiterin;
Ludwig, Reinhold, Invalide.
1934: Schünzel (Schinzel?), Joh. Max; Schinzel, Hedwig.
1936: Schinzel, Hedwig, Witwe.
1949: Eilhauer, Karl Heinz, Schuhmacher.

14 (alt: 13)

1921: Leopold, Heinrich, Formgießer; Fichtmüller, Albert & verw. Littke, geb. Winzer, Anna (als Fichtmüller, Anna bis 1949) – „Winzers Anna“.
1949: Fichtmüller, Rudi, Glasbläser.

Erzählungen zufolge gab es in Mittelweißbach, wahrscheinlich noch bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, eine Kegelbahn.
Sie soll sich auf der Nordseite (Amtmanns­berg) befunden haben. Die Kugel war wohl nicht exakt rund, was dem Spaß offenbar keinen Abbruch tat, den Kinder noch lange nach dem Ende der Kegelbahn mit Kugel und Kegeln auf dem Talweg hatten.

Wer weiß, wo sich die Kegelbahn befand?

15 (alt: 14)

(?): Bosch, Alfred, Werkmeister bei Fritze in Lichtenhain, Schneidemüller (bis 1949); Bosch, Anna.
1915: (unsicher): Jahn, Albin; Jahn, Berta.
1949: Bornkessel, Kurt, Glasbläser.

War Kurt Bornkessel der spätere Fleischer? An ihn werden sich manche Oberweißbacher gerne erinnern. Seine Fleischerei gab es noch in den 1960er Jahren im KONSUM in der Rudolstädter Straße – und für die Kinder gab es immer eine Scheibe frische Wurst.

16 (alt: 14a)

(?): Jahn, Eduard, Glasbläser; Jahn, Anna.
1921: Bauer, Otto, Perlenmacher (bis 1931).
1931: Jahn, Anna, Witwe (bis 1941); Ludwig, Max, Fabrikant; Gräf, Walther, Erdarbeiter (bis 1941).
1949: Jahn, Paul, Glasbläser; Eilhauer, Amalie, Witwe.
1956: Jahn, Ingla, Glühlampen („Talwille“).

17 (alt: 15)

(?): Ott, Paul, Schneidermeister, Schneidemüller (?) – (bis 1949); Ott, Anna.
1921: Biehl, Gustav, Schieferbrecher (bis 1933).
1937: Siegmund, Arno Fritz Walther, Fleischer aus Deesbach & geb. Biehl, Helene Berta Emma (bis 1949).
1941: Siegmund, Walther, Fleischer.
DDR-Zeit: Gräf, Otto, Taxi (grüner Wolga).

Irgendwo hier muss sich die einzige Schankwirtschaft und vielleicht auch das Brauhaus Mittelweißbachs befunden haben. Weiß vielleicht jemand, wo?

18 (alt: 16)

Jahreszahl 1830 + Initialen „C.H.L“ (in Theuerdank-Fraktur) am Haus. Wer war C.H.L.?

(?): Biehl, Alfred, Schieferbrecher, Holzarbeiter (bis 1949); Biehl, Martha; Walther, Lina.
1921: Walther, Hildebert, Landwirt (bis 1936).

Umzug Siegmund und geb. Biehl von Nr. 18 nach Nr. 17.

19 (alt: 17)

1921: Witter, Heinrich, Tüncher.
1933: Eilhauer, Selmar, Thermometerfabrikation, Schwiegervater von „Alma“ (bis 1949).

20 (alt: 18) – steht weiter hinten

1921: Hofmann, Lina, Perlenmacherin (bis 1949).
1933: Hofmann, Gertrud, Zubinderin.
1949: Hofmann, Martha, Hausfrau.

21 (Alt: 19)

1921: Großmann, Wilhelm, Handelsmann (bis 1936).
1933: Anders, Wilhelm, Glasbläser; Großmann, Elise, Glasarbeiterin.
1941: Hampe, Karl, Holzarbeiter.
1949: Eilhauer, Selmar, Thermometermacher.

22 (alt: 19a)

(?): Himmelreich, Alfred, Maurer, Geschirrführer (bis 1949); Himmelreich, Frieda.
1921: Gitter, Wilhelm, Glasbläser (bis 1931).
1927: Schneider, Otto, Fabrikarbeiter, Holzarbeiter (bis 1949); Schneider, Martha.

23 (alt: 20)

1921: Schneider, Alfred, Schieferbrucharbeiter, Landwirt (bis 1949); Walther, Alfred, Maurer.
1935: Schneider, Hugo, Glasbläser (bis 1949), Schneider, Ella.
1949: Schmidhofer, Martha, Hausfrau.

24 (alt: 21)

„Hexenhaus“ (Ferienhaus)

1921: Zuleg, Jakob, Bahnarbeiter.
1931: Henneberg, Hugo, Schneidemüller (bis 1949); Henneberg, Gertrud.

25 (alt: 22)

„bei Frischmuths“

(?): Witter, Max Alfred, Glasmacher; Witter, Rosa, geb. Müller, aus Ernstthal, Kolonialwarenhandlung.
1915: folgend Kind: Rosa Minna Anna, verehelichte Frischmuth.
1921: Witter, Alfred, Glasmacher, 1931 Modewaren, 1933 Schnitt- und Kolonialwaren (bis 1949).
1934: Frischmuth, Paul, Bäckerei (bis 1949); Frischmuth, Anna, geb. Witter.
später: Bäckerei Dreier.
1975: KONSUM Lebensmittel („Alma“).

Den Bäcker Frischmuth erwähnt Erna Vogler in ihrer Geschichte „Vier kleine Menschenbrüder“ 1949 im „Kinderjahrbuch“ eines Verlages in Goslar. Die Geschichte selbst spielt auf dem „Hügel“ und dreht sich um das Schicksal einer Umsiedler-Familie.

Alma hatte ihr Ladengeschäft zunächst auf dem „Hügel“. Da gab es, soweit ich mich erinnere, so ziemlich alles.

Das spätere „Spee“ hieß damals noch „Persil“ und wurde mittels Emaille-Tafel beworben. Später – im Talweg – war Alma ein Geheimtipp für minderjährige Raucher. Sie sah das nicht so verbissen mit der Altersgrenze. Außerdem gab es bei ihr die billigen „KARO“ (1,60 Mark, ohne Filter).

Der Verkaufsraum war – so meine ich mich zu erinnern – etwas abenteuerlich: Mittendrin war ein Absatz und man musste aufpassen, dass man der Alma nicht in die Arme fiel.

? (alt: 22f)

1933: Ehrhardt, Paul, Inhaber der Fa. C. G. Ehrhardt Sohn, Manufakturwaren. Das Geschäft befand sich in der Sonneberger Straße 141.

? (alt: 23)

1921: Franke, Otto, Glaser.


Zwieren an der Kapps – Fabrik

Kapps-Fabrik kurz vor dem Abriss


Irgendwann, irgendwo im Talweg

26 – abgerissen

„Kapps-Fabrik“.

1936: Jahn & Co., Alfred, Glaswarenfabrik (bis 1956).
DDR-Zeit: VEB Glasverarbeitung Neuhaus (Gebäude gegenüber Talweg 25).

Erzählungen zufolge gab es an der Kapps-Fabrik zwei Traditionen:

1. Das Zwieren (Spiel) vor dem Haus und 2. das Pampelleich (das Wort gibt es weder im Duden noch bei Jacob Grimm). Das Pampelleich war eine an einem langen Seil aufgehängte Kugel, die z. B. an einem stabilen Ast „pampelte“ und mit der hölzerne Kegel getroffen werden mussten (ähnlich wie beim Kegeln – nur, dass die Kugel beim Pampelleich zurückkam – und das konnte durchaus schmerzhaft sein).

27 (Alt: 14b) – einziges Haus talwärts rechts

„Zumpfs“

(?): Ludwig, Max, Fabrikant; Ludwig, Martha.
1931: Ludwig, Walther, Glasbläser, Fabrikant (bis 1941); Ludwig, Martha (?) geb. Liebmann.
1933: Gebr. Ludwig, Glaswarenfabrikation; Ludwig, Max, Fabrikant (bis 1941); Ludwig, Walter, Fabrikant (bis 1941).
1949: Eilhauer, Ernst, Glasbläser; Ludwig, Alfred, Glasbläser.
1962: Brand am 28.01.1962 – weiteres unbekannt.
1975: Ungelenk.

Nebenan talabwärts standen Weiden­bäume der Korbmacherei Anders.

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Markt

1 (alt: 90) 1906 (?) : Großmann, Wilhelm, Porzellanmaler; Großmann, Hedwig, geb. Walther. 1921 : Elsässer, August, Kaufmann; Helk, Gustav...