02 März, 2026

Lichtenhainer Straße

Kirche (undatierte Aufnahme) noch ohne Lichtenhainer Straße
kaum zu erkennen: Friedhofsmauer mit Torbogen


Kirche Anfang der 1940er Jahre – mit neu bebauter Lichtenhainer Straße
und neuem Pfarrhaus

Es folgt nun ein kleines Ratespiel, denn die Hausnummern der Lichtenhainer Straße wurde nicht nur einmal geändert. Damit nicht der Eindruck entsteht, Frau Meier wohne neuerdings bei Herrn Schulze, worüber Herr Meier gar nicht erfreut ist, werden die Daten hier so dargestellt, wie sie in den einzelnen Adress­büchern aufgeführt sind – mit den Hausnummern, die im entsprechenden Jahr galten.

Viel Spaß beim Raten!

1936

2:         Trapp, Rudolf
3:         Bock, Paul, Themometermacher
4:         Schäftlein, Paul
5:         Schwadten, Lina
6:         Engel, Albin
7:         Großmann, Walther
8:         Möhring, Karl
9:         Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich
11:       Benz, Friedrich, Arzt
12:       ?
13:       Lattermann, Adolf
14:       Escher, Ernst


1941

2:         Trapp, Rudolf
3:         ?
4:         Schäftlein, Paul
5:         Schwadten, Lina
6:         Schwabe, Max; Engel, Albin
7:         Großmann, Walter; Lattermann, Alfred
8:         Möhring, Karl
9:         Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich; Lichtenheldt, Kurt & Anna
11:       Benz, Friedrich, Arzt
12:       ?
13:
       Lattermann, Adolf
14:       Escher, Ernst


1949

1:         Pfarrhaus
2:         Trapp, Rudolf
3:         Süßenguth, Rudolf; Götze, Erich, Elektriker
4:         Pitzka, Josef; Schäftlein, Paul
5:         Löffler, Hermann, Glasarbeiter; Schwadten, Lina
6:         Schwabe, Gerda, Witwe; Engel, Thekla, Witwe
7:         Lattermann, Alfred; Lattermann, Paul; später: Rau
8:         Möhring, Karl; Großmann, Walter
9:         Burski, Anna; Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich, Kraftfahrer
11:       Benz, Friedrich, Arzt; Metz, Hildegard
12:       Lattermann, Adolf, Dekorationsmaler
13:       Escher, Ernst, Leitungsaufseher; Escher, Ella

Es gab zwei Damen namens Ella Escher.

1. Ella Escher (damals noch unverheiratet) war u.a. BDM-Führerin. Ein Foto – vermutlich von 1937 – zeigt sie mit einer Mädchengruppe am „Schützenhaus“

2. Die andere Ella Escher, geb. Gräf aus Cursdorf) war verheiratet mit Rudi Escher, dem Sohn von Ernst Escher, und hatte später das HO-Geschäft {Haushalts- und Industriewaren) in der Rudol­städter Straße 70.

14:       Gärtner, Fritz; Sauerteig, Fritz
15:       ?
16:
       Dinkler, Irene, Witwe; Albust, Herta

Familie Dinkler (undatierte Aufnahme)

17:       Treichel, Hermann; Walther, Ernst
18:       Walther, Lina
19:       Müller, Fritz

2026 (zur Orientierung)

2-3:      Lichtenheldt-Glas
8-9:      Salix (ehem. LPG)
14:       letztes Haus Richtung Lichtenhain
15:       dahinter, zurückgesetzt
16:       existiert nicht
17:       erstes Haus aus Richtung Lichtenhain rechts
29:       Trapp, Rudolf
30:       Pfarrhaus



Lichtenhainer Straße - von Osten


Lichtenhainer Straße - von Süden

Haus Trapp – Lichtenhainer Straße 29


***


Talweg (Mittelweißbach)

Der Talweg am nordöstlichen Ende von Oberweißbach umfasst heute die Hausnummern 1 bis 25. Bis 1892 bildeten dieser Teil Oberweißbachs sowie die ersten beiden Häuser der heutigen Rudolstädter Straße die selbständige Gemeinde Mittelweißbach.

Erstmals erwähnt wird Mittelweißbach nach unbestätigten Überlieferungen entweder 1503 oder 1533. Die früheste bislang nachweisbare Erwähnung erfolgt am 27. Oktober 1537 in einem Zinsregister (Quelle: Kahl, Thür. StA Rudolstadt, AC 605).

(alt: 1)

1956: Oberthür, Carl, Schnepfenmühle (zu Oberweißbach) siehe auch Rudolstädter Straße 67.

1 (alt: 2)

„Flore“ (Wer war eigentlich die Florine?)

1921: Ludwig, Anna, Tagelöhnerin (bis 1949).
1923: Eichhorn, Fritz, Glasbläser (bis 1949).
1931: Bätz, Rudolf, Schieferbrucharbeiter.
1933: Ludwig, Fritz, Glasbläser.
1949: Eichhorn, Helmuth, Glasbläser.

2 (alt: 3)

„Ruppel“

1911: Walther, Otto, Kistenmacher, Glasbläser (bis 1949).
1921: Ehrhardt, Arno, Maurer (bis 1941).
1933: Walther, Herta, Glasarbeiterin (später: Wirtin „Zum Fröbelturm“); Witzmann, Hugo, Handelsmann.
1949: Schünzel, Kurt, Dekorationsmaler.

3 (alt: 4)

„Topfhampens“ (?)

Das Gespensterhaus! So jedenfalls nennt es meine Enkelin Mia. Das Haus scheint schon seit langem unbewohnt und ist im Sommer hinter wildem Grün kaum noch zu entdecken.

Den Unterlagen zufolge brannte dieses Haus kurz hinter­einander zweimal ab, nämlich am 16.01.1913 und am 01.04.1914.

1913: Schmidt, Rosalinde (bis 1933).
1921: Götze, Otto, Holzmacher.
1931: Schmidt, Ernst, Fleischer (bis 1933).

Gab es hier einst eine Fleischerei? Oder hat der Fleischer nur hier gewohnt?

4 (alt: 5)

„Semmels Kurt“ (ehem. Bäckerei)

1921: Ludwig, Louis, Zeugarbeiter, Bautischler (bis 1933).
1931: Ludwig, Arno, Glasbläser.
1933: Ludwig, Gertrud, Glasarbeiterin.
1936: Koch, Kurt, Glasbläser (bis 1949).

? (alt: ?)

(?): Anders, Arthur, Fabrikarbeiter (bis 1921); Anders, Helene, (bis 1941); Anacker, Dr. med. Otto, Arzt.
1933: Anders, Alfred, Glasbläser (bis 1949); Anders, Willy, Bäcker.

5 (alt: ?) – Leerstand

(?): Köhler, Oskar, Holzarbeiter (bis 1949); Anders, Lina.
1925: Köhler, Hugo, Glasbläser (bis 1956); Köhler, Frieda.

6 (alt: ?)

DDR-Zeit: Ladenthin

7 (alt: ?)

„Wurscht“ (ehem. Fleischerei)

(?): Schmidt, Ernst, Hausschlächter (bis 1949); Schmidt, Ida.
1936: Schmidt, Rosalinde, Witwe (siehe alt 3 – bis 1941).
1949: Walter, Erich, Glasbläser.
1975: Schmidt, Günther.


8 (alt: 6a)

1921: Eilhauer, Albin, Schieferdecker (bis 1941).
1931: Eilhauer, Selmar, Thermometermacher.
1933: Eilhauer, Ernst, Bauhilfs­arbeiter; Eilhauer, Helene, Glasarbeiterin, Eilhauer, Hugo, Hausarbeiter (bis 1941); Eilhauer, Robert, Glasbläser (bis 1949).
1949: Eilhauer, Frieda, Hausfrau.
1975: Dittrich.

9 (alt: 7) – abgerissen

„bei Meisters“.

(?): Malter, Wilhelm, Thermometermacher (bis 1949); Malter, Anna.
1921: Malter, Karl, Glasbläser.
1949: Matz, Rudolf, Holzhauer.


 Wilhelm Malter

? (alt: 9c)

1933: Wilhelm, Arthur, Kaufmann.

10 (alt: 8)

1920: Jahn, Richard, Schieferdecker (bis 1921).
1920: Dachstuhlbrand am 29.11.1920.
1931: Witzmann, Hugo, Barbier.
1933: Jahn, Else, Glasarbeiterin; Jahn, Albert, Schieferdecker (bis 1941); Jahn, Albin, Glasbläser (bis 1949).

Barbier Hugo Witzmann: Ein Barbier war ursprünglich nur für Männer zuständig (Bartrasur). Er arbeitete manchmal in Badehäusern, was die Frage aufwirft: Gab es ein solches – wie in Oberweißbach – sogar in Mittelweißbach? Im 20. Jahrhundert war der Beruf allerdings ein Auslaufmodell – es wird sich bei Herrn Witzmann wahrscheinlich um einen Friseur gehandelt haben, der lediglich noch die alte Berufsbezeichnung trug.

11 (alt: 9)

(?): Großmann, Paul, Thermometermacher (bis 1949) & geb. Franke, Helene.
1921: Franke, Ernst, Waldhüter.
1933: Großmann, Erika, Glasarbeiterin (bis 1936).

12 (alt: 10) heute 11 (?)

Auf diesem Grundstück befindet sich ein Stein, dessen Bedeutung bisher leider nicht geklärt werden konnte. Er zeigt die Initialen „J.H.A“ (A. evtl. für Anders), einen Mörser, wie ihn vormals die Laboranten und Olitäten­händler verwendet haben, sowie die Jahreszahl 1810 (Stammbaum Anders teilweise vorhanden).


Talweg 11 – Wer erkennt jemanden?


Talweg 12 – Erinnerung an den Olitätenhandel

Talweg 12 – Dreschen bei Hennigs

(?): Hennig, Albert, Porzellanmaler, später Forstaufseher (bis 1949); Hennig, Martha, geb. Anders.
1921: Kemter, Hugo, Tischler (bis 1931); Meusel, Edmund, Fabrikarbeiter.
1933: Hennig, Arno, Bäcker; Hennig, Frieda, Glasarbeiterin; Hennig, Rudolf, Arbeiter, Glasbläser (bis 1949).
1949: Enders, Frieda, Hausfrau.

13 (Alt 11)

(?): Eilhauer, Rudolf, Handarbeiter (bis 1949); Eilhauer, Helma.
1921: Schneider, Ida, Tagelöhnerin (bis 1949).
1931: Schneider, Karl, Glasbläser (bis 1941); Schneider, Anna.
1933: Eilhauer, Albert, Glasbläser; Eilhauer, Ella, Glasarbeiterin; Eilhauer, Esla, Glasarbeiterin;
Ludwig, Reinhold, Invalide.
1934: Schünzel (Schinzel?), Joh. Max; Schinzel, Hedwig.
1936: Schinzel, Hedwig, Witwe.
1949: Eilhauer, Karl Heinz, Schuhmacher.

14 (alt: 13)

1921: Leopold, Heinrich, Formgießer; Fichtmüller, Albert & verw. Littke, geb. Winzer, Anna (als Fichtmüller, Anna bis 1949) – „Winzers Anna“.
1949: Fichtmüller, Rudi, Glasbläser.

Erzählungen zufolge gab es in Mittelweißbach, wahrscheinlich noch bis zum beginnenden 20. Jahrhundert, eine Kegelbahn.
Sie soll sich auf der Nordseite (Amtmanns­berg) befunden haben. Die Kugel war wohl nicht exakt rund, was dem Spaß offenbar keinen Abbruch tat, den Kinder noch lange nach dem Ende der Kegelbahn mit Kugel und Kegeln auf dem Talweg hatten.

Wer weiß, wo sich die Kegelbahn befand?

15 (alt: 14)

(?): Bosch, Alfred, Werkmeister bei Fritze in Lichtenhain, Schneidemüller (bis 1949); Bosch, Anna.
1915: (unsicher): Jahn, Albin; Jahn, Berta.
1949: Bornkessel, Kurt, Glasbläser.

War Kurt Bornkessel der spätere Fleischer? An ihn werden sich manche Oberweißbacher gerne erinnern. Seine Fleischerei gab es noch in den 1960er Jahren im KONSUM in der Rudolstädter Straße – und für die Kinder gab es immer eine Scheibe frische Wurst.

16 (alt: 14a)

(?): Jahn, Eduard, Glasbläser; Jahn, Anna.
1921: Bauer, Otto, Perlenmacher (bis 1931).
1931: Jahn, Anna, Witwe (bis 1941); Ludwig, Max, Fabrikant; Gräf, Walther, Erdarbeiter (bis 1941).
1949: Jahn, Paul, Glasbläser; Eilhauer, Amalie, Witwe.
1956: Jahn, Ingla, Glühlampen („Talwille“).

17 (alt: 15)

(?): Ott, Paul, Schneidermeister, Schneidemüller (?) – (bis 1949); Ott, Anna.
1921: Biehl, Gustav, Schieferbrecher (bis 1933).
1937: Siegmund, Arno Fritz Walther, Fleischer aus Deesbach & geb. Biehl, Helene Berta Emma (bis 1949).
1941: Siegmund, Walther, Fleischer.
DDR-Zeit: Gräf, Otto, Taxi (grüner Wolga).

Irgendwo hier muss sich die einzige Schankwirtschaft und vielleicht auch das Brauhaus Mittelweißbachs befunden haben. Weiß vielleicht jemand, wo?

18 (alt: 16)

Jahreszahl 1830 + Initialen „C.H.L“ (in Theuerdank-Fraktur) am Haus. Wer war C.H.L.?

(?): Biehl, Alfred, Schieferbrecher, Holzarbeiter (bis 1949); Biehl, Martha; Walther, Lina.
1921: Walther, Hildebert, Landwirt (bis 1936).

Umzug Siegmund und geb. Biehl von Nr. 18 nach Nr. 17.

19 (alt: 17)

1921: Witter, Heinrich, Tüncher.
1933: Eilhauer, Selmar, Thermometerfabrikation, Schwiegervater von „Alma“ (bis 1949).

20 (alt: 18) – steht weiter hinten

1921: Hofmann, Lina, Perlenmacherin (bis 1949).
1933: Hofmann, Gertrud, Zubinderin.
1949: Hofmann, Martha, Hausfrau.

21 (Alt: 19)

1921: Großmann, Wilhelm, Handelsmann (bis 1936).
1933: Anders, Wilhelm, Glasbläser; Großmann, Elise, Glasarbeiterin.
1941: Hampe, Karl, Holzarbeiter.
1949: Eilhauer, Selmar, Thermometermacher.

22 (alt: 19a)

(?): Himmelreich, Alfred, Maurer, Geschirrführer (bis 1949); Himmelreich, Frieda.
1921: Gitter, Wilhelm, Glasbläser (bis 1931).
1927: Schneider, Otto, Fabrikarbeiter, Holzarbeiter (bis 1949); Schneider, Martha.

23 (alt: 20)

1921: Schneider, Alfred, Schieferbrucharbeiter, Landwirt (bis 1949); Walther, Alfred, Maurer.
1935: Schneider, Hugo, Glasbläser (bis 1949), Schneider, Ella.
1949: Schmidhofer, Martha, Hausfrau.

24 (alt: 21)

„Hexenhaus“ (Ferienhaus)

1921: Zuleg, Jakob, Bahnarbeiter.
1931: Henneberg, Hugo, Schneidemüller (bis 1949); Henneberg, Gertrud.

25 (alt: 22)

„bei Frischmuths“

(?): Witter, Max Alfred, Glasmacher; Witter, Rosa, geb. Müller, aus Ernstthal, Kolonialwarenhandlung.
1915: folgend Kind: Rosa Minna Anna, verehelichte Frischmuth.
1921: Witter, Alfred, Glasmacher, 1931 Modewaren, 1933 Schnitt- und Kolonialwaren (bis 1949).
1934: Frischmuth, Paul, Bäckerei (bis 1949); Frischmuth, Anna, geb. Witter.
später: Bäckerei Dreier.
1975: KONSUM Lebensmittel („Alma“).

Den Bäcker Frischmuth erwähnt Erna Vogler in ihrer Geschichte „Vier kleine Menschenbrüder“ 1949 im „Kinderjahrbuch“ eines Verlages in Goslar. Die Geschichte selbst spielt auf dem „Hügel“ und dreht sich um das Schicksal einer Umsiedler-Familie.

Alma hatte ihr Ladengeschäft zunächst auf dem „Hügel“. Da gab es, soweit ich mich erinnere, so ziemlich alles.

Das spätere „Spee“ hieß damals noch „Persil“ und wurde mittels Emaille-Tafel beworben. Später – im Talweg – war Alma ein Geheimtipp für minderjährige Raucher. Sie sah das nicht so verbissen mit der Altersgrenze. Außerdem gab es bei ihr die billigen „KARO“ (1,60 Mark, ohne Filter).

Der Verkaufsraum war – so meine ich mich zu erinnern – etwas abenteuerlich: Mittendrin war ein Absatz und man musste aufpassen, dass man der Alma nicht in die Arme fiel.

? (alt: 22f)

1933: Ehrhardt, Paul, Inhaber der Fa. C. G. Ehrhardt Sohn, Manufakturwaren. Das Geschäft befand sich in der Sonneberger Straße 141.

? (alt: 23)

1921: Franke, Otto, Glaser.


Zwieren an der Kapps – Fabrik

Kapps-Fabrik kurz vor dem Abriss


Irgendwann, irgendwo im Talweg

26 – abgerissen

„Kapps-Fabrik“.

1936: Jahn & Co., Alfred, Glaswarenfabrik (bis 1956).
DDR-Zeit: VEB Glasverarbeitung Neuhaus (Gebäude gegenüber Talweg 25).

Erzählungen zufolge gab es an der Kapps-Fabrik zwei Traditionen:

1. Das Zwieren (Spiel) vor dem Haus und 2. das Pampelleich (das Wort gibt es weder im Duden noch bei Jacob Grimm). Das Pampelleich war eine an einem langen Seil aufgehängte Kugel, die z. B. an einem stabilen Ast „pampelte“ und mit der hölzerne Kegel getroffen werden mussten (ähnlich wie beim Kegeln – nur, dass die Kugel beim Pampelleich zurückkam – und das konnte durchaus schmerzhaft sein).

27 (Alt: 14b) – einziges Haus talwärts rechts

„Zumpfs“

(?): Ludwig, Max, Fabrikant; Ludwig, Martha.
1931: Ludwig, Walther, Glasbläser, Fabrikant (bis 1941); Ludwig, Martha (?) geb. Liebmann.
1933: Gebr. Ludwig, Glaswarenfabrikation; Ludwig, Max, Fabrikant (bis 1941); Ludwig, Walter, Fabrikant (bis 1941).
1949: Eilhauer, Ernst, Glasbläser; Ludwig, Alfred, Glasbläser.
1962: Brand am 28.01.1962 – weiteres unbekannt.
1975: Ungelenk.

Nebenan talabwärts standen Weiden­bäume der Korbmacherei Anders.

***


08 August, 2025

Fischbachwiese - zwei Episoden um ein verschwundenes Dorf

Fischbachwiese 1974
Foto: © Uwe Liebmann / Elvira Grudzielski (geb. Liebmann)

Am 5. Mai 1921 wird in dem kleinen, heute nicht mehr existierenden Ort Fischbachwiese ein Mädchen geboren. Ihre Mutter heißt Johanna Rößler, das Kind nennt sie Ingeborg.

Johanna Rößler ist die Geliebte von Friedrich Lamberty, genannt „Muck“. Der ist zu Beginn der 1920er Jahre ein bekannter Jugendführer. Mit seiner „Neuen Schar“ zieht er durch Thüringen. Überall, wo Muck auftaucht, wird gesungen und getanzt. Muck „predigt“ das einfache schlichte Leben im Einklang mit der Natur und so nimmt es nicht Wunder, dass seine Tochter Ingeborg ("Das Eschekindlein", verehelichte Haensel) später eine der ersten Verfechterinnen der Demeter-Landwirtschaft wird, einer der frühesten und noch heute praktizierten „Bio-Anbaumethoden“.

Einerseits modern denkend (heute würde man sagen: ökologisch), auf seine Art „naturreligiös“, ist Muck wohl andererseits auch in puncto freie Liebe seiner Zeit voraus. Sein Töchterchen wird unehelich geboren. Das wird seinen Anhängern zum Stein des Anstoßes und kommt seinen Neidern gerade recht.

Als die Sache ruchbar wird, gerät nicht nur der stolze Papa, sondern auch die „Neue Schar“ ins Zwielicht. In Fischbachwiese findet („im Sommer 1921“) eine Art „Krisensitzung“ statt, in der über das weitere Schicksal von Johanna („Hanna“) Rößler in der „Neuen Schar“ entschieden werden soll. Ein heute undenkbarer Vorgang! Muck selbst ist nicht anwesend; er lässt sich von seinem Freund Gusto Gräser vertreten.

Warum Mucks Freundin Hanna bereits am 5. Mai in Fischbachwiese ist, bleibt unklar – oder bekommt sie ihr Baby ausgerechnet während des Treffens, das über sie den Stab brechen soll?

***

Eine andere Geschichte erzählte mir Elvira Grudzielski (geb. Liebmann) – und die hängt mit dem oben gezeigten Foto zusammen:

Das Bild zeigt Oskar Liebmann, der nach dem 2. Weltkrieg und einer Lehre bei Zeiss in Jena in die USA auswandert und dort eine eigene Firma gründet. Bei einem Besuch 1974 (mit US-Straßenkreuzer) führt ihn sein erster Weg nach Fischbachwiese zu seinem Großvater Robert Jahn („Böhlner Robert“). Als Kind war Oskar oft in Cursdorf zu Besuch und brachte dem Großvater täglich zu Fuß Essen nach Fischbachwiese. Und so besteht auch durch die heute noch in Oberweißbach ansässige Familie Liebmann ein Bezug zu Fischbachwiese, einem verschwundenen Ort, von dem die "Nachwende-Generationen" nichts wissen ...

Oskar Liebmann (OL) war übrigens maßgeblich an den BMW-Nachkriegserfolgen im Motorrad-Rennsport beteiligt. Seine (nach ihm benannte) BMW RS 500 OL ist noch heute eine Legende.

Quelle: BMW RS 500 OL

Fischbachwiese gehörte bis zum Schluss zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt; die Weiden und Stallungen für die Stuten der Oberweißbacher Oberförsterei (heute „Burghof“) befanden sich dort. Und vielleicht wuchs dort ja auch eine uralte Esche, nach der dann Friedrich „Muck“ Lamberty seine kleine Tochter nannte?

08 März, 2023

Die Fröbelstadt Oberweißbach von den Anfängen bis heute

 

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ISBN (Paperback): 978-3-347-57948-4
ISBN (Hardcover): 978-3-347-57949-1
ISBN (e-book): 978-3-347-57950-7

Mitwirkende:

Winfried Bollmann, Rosemarie Dietz, Gerd Eberhardt, Georg Franke, Michael Günther, Veronika Neupert, Bernhard Schmidt, Jana Söder, Torsten Sterzik, Jutta Walther, Klaus-Peter Walther.

Korrektorat: Andrea Lichtenheldt


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Zur Beachtung

Dieser Blog dient der Sammlung und Erhaltung historischen Wissens über unsere Fröbelstadt Oberweißbach und ihre Einwohner. Jeder kann mitmac...