02 März, 2026

Dr. Robert-Koch-Straße

1 (alt: 100e)

1933: Müller, Anna, Witwe; Müller, Rudi, Glasbläser; Pichulek, Karl, Glasbläser.

2 (alt: 100f)

3 (alt: 100g)

Wächter – Villa

1933: Appelfeller, Hugo, Glasbläser; Appelfeller, Rudolf, Zimmermann; Nentwich, Heinrich, Schlosser.
1936: Wächter, Hans, Rechtsanwalt († 1946) & geb. Thalacker, Ottilie aus Erfurt, deren Söhne: Hans-Heinz (*1914) und Karl-Jürg (*1916).

1940er Jahre: Wächter, Karl-Jürg, Kapitänleutnant, Kommandant U 2503, † am 03.05.1945 mit 29 Jahren nach britischem Jagd­bomberangriff im Kleinen Belt bei der Insel Omö/Dänemark ums Leben gekommen. Das U-Boot befand sich auf dem Weg nach Norwegen. Wächter konnte zwar lebend geborgen werden, starb aber an Land (Aussage Kapitänleutnant Oskar Curio, der nur als Gast an Bord war, nach dem Ausfall des Kapitäns jedoch als ranghöchster Offizier das Kommando übernahm).


Kapitänleutnant Karl-Jürg Wächter
1916 – 1945

1941: Schneider, August, Real-Oberlehrer; Wächter, Hans, Rechtsanwalt.
1945: Sitz der amerikanischen Militärverwaltung (April – Juni).
1949: Mehr, Benno, Schornsteinfeger; Zettlitzer, Anna.
heute: Ferienwohnung XXL.

Geschichte, erzählt von der „Schenken-Grete“ 1990/91:

Die ältere Nachbarin fragt den Rechtsanwalt Wächter: „Was muss man bezahlen, wenn ein Hund ein Huhn tot beißt?“
Rechtsanwalt: „Na ja so 5 RM.“
Nachbarin: „Dann bekomme ich jetzt 5 RM von ihnen; ihr Hund hat mein Huhn getötet.“
Sagt Dr. Wächter: „Dann sind wir quitt; Sie hatten ja jetzt eine Rechtsberatung.”

Und am Tresen saß ein älterer Herr.

„Du hast doch beim Wächter gelernt! Hast du auch beim ihm gearbeitet?”
„Och, nö. Ich bin woanders hin gegangen; der Wächter war ja immer so knickrig.”


Villa Wächter
Von einem Gemälde abfotografiert

4 (alt: 100h)

1933: Ehrhardt, Oskar, Glasbläser; Walther, Ernst, Rentner; Wilhelm, Maximilian (Maxim), Kaufmann (bis 1949); Wilhelm, Gertrud, Glaswaren­fabrik (Betrieb: Rudolstädter Str. 48).
1949: Wilhelm, Gertrud, Hausfrau.
DDR-Zeit: Wilhelm.

5 (alt: 100i)

„Hilarius“

(?): Wilhelm, Karl, Kaufmann, Fabrikant (bis 1949); Wilhelm, Elisabeth.
1949: Schmidt, Walter, Holzhauer.
DDR-Zeit: Bock.

6 (Alt: 100j)

1936: Lampe, Friedrich, Fabrikant (bis 1949).
1949: Trapp, Eduard, Handelsvertreter.
1956: Mey, Emil, Musiklehrer.
DDR-Zeit: Mey.

9

Keine Angaben.

18

Evtl. Druckfehler?

1949: Wächter, Ottilie (Ehefrau von Dr. Wächter).


***


Fröbelstraße


Landambulatorium
erbaut 1953 – Aufnahme von 1954

1

1975: Trapp, Rudolf, Liköre.

2

3 (alt: 100b)

1956: KONSUM Schuhgeschäft.

4 (alt: 100c)

1933: Keller, Irma, Lehrerin.

4 (neu)
Landambulatorium (seit 1953).

1956: Stein, Karl, Dr. med.

4a (neu)
Kindergarten
.

5 (alt: 100a)
Wannen-Bad (?)

(?): Gretsch, Max, Hausmeister, Kassierer (bis 1949); Gretsch, Rosa.
1949: Höhn, Werner, Holzarbeiter.

6

(?): Leidenfrost, Wilhelm; Leidenfrost, Hedwig, geb. Dobenecker.
1941: Leidenfrost, Dr. Wilhelm
.

Dr. Leidenfrost mit Ehefrau

1949: Leidenfrost, Dr. Wilhelm (einziger Autobesitzer nach dem Krieg).
1956: Leidenfrost, Dr. med., ab 1953 Ambulanz?
DDR-Zeit: Staatl. Tierarztpraxis Fritz Rammner.

7

(?): Drechsler, Paul, Bankvorstand, Kaufmann, Buchhalter, Prokurist (bis 1956); Drechsler, Martha.
1949: Krahnert, Dr. Werner, Tierarzt.
1975: Leidenfrost.

7a (neu)

8

(?): Pichulek, Karl Paul, Fabrikant, Glasbläser (bis 1949); Pichulek, Marie.
1933: Müller, Anna, Witwe, Müller, Rudi, Glasbläser.
1975: Rau, Gertrud.

8a (neu)

9 (alt: 100f)

1933: Wachsmuth, Rudolf, Postschaffner.
(?): Wachsmuth, Rudolf, Postschaffner (bis 1949); Wachsmuth, Irmgard.
1936: Eilhauer, Robert, Glasbläser (bis 1941).
DDR-Zeit: Wachsmuth.

9a (neu)

Keine Angaben

Fröbelschule – eingeweiht am 1. September 1939


Schulgarten – Unterricht mit Herrn Josef Trägner (1970er Jahre)

10

(?): Wittke, Walter, Kaufmann (bis 1949); Wittke, Emma.
DDR-Zeit: Wittke.

10a (?)

1949: Thiemich, Bruno, Schulhausmeister.

11 (?)

1949: Arndt, Anna, Witwe; Jahn, Martha, Gärtnerin; Pfuch, Hans, Förster.

12

Fröbelschule

1939: Fröbelschule.
1949: Bähring, Walther, Werkmeister; Eichhorn, Eleonore, Hausfrau.
1957: Erweiterte Oberschule (EOS).
DDR-Zeit: Polytechnische Oberschule (POS)

13

ehem. Gärtnerei.

1956: Jahn, Rudolf, Gärtnerei.
1975: Jahn, Rudolf, Gartenbaubetrieb.
später: Meusel.

26

(?): Henkel, Paul, Glasbläser (bis 1941); Henkel, Hildegard.
1941: Malsch, Ernst, Bezirksschornsteinfegermeister;
Malsch, Luise.
1949: Henkel, Hildegard, Hausfrau; Malsch, Louise, Hausfrau; Walther, Marie, Witwe.

27

1936: Kellner, Klara, Schneiderin; Walther, Else, Witwe.
1941: Jäger, August, Verwaltungsinspektor a.D.; Kellner, Klara, Schneiderin; Walther, Else, Witwe.
1949: Hadenfeld, Detlef, Glasmaler; Walther, Else, Witwe.

Einholen der US – Flagge am 1.  Juli 1945

28 – abgerissen, ehem. Eingang NARVA)

AB 1949: Gehrki, Hanna, Schneiderin.

AWG – Blöcke

44 und 45 (neu)

46

(?): Appelfeller, Hugo; Appelfeller, Elise.
1936: Nentwig, Heinrich, Schlosser.
1949: Appelfeller, Hugo, Fabrikant.

47

(?): Ehrhardt, Oskar, Glasbläser (bis 1941); Ehrhardt, Anna.
1936: Ehrhardt, Oskar, Glasbläser; Walther, Ernst, Rentner (bis 1941).
1949: Ehrhardt, Anna, Hausfrau; Heinze, Liebrecht, Kaufm.
1956: Henkel, Walther, Fuhren (bis 1975).

Einweihung „Neue Straße“ zwischen Dr.-Robert-Koch-Straße
und Lichtenhainer Straße (ohne Datum)

48 – ehem. Kinderkrippe

1941: Steinbach, Karl, Ober-Gerichtsvollzieher (bis 1949).
ehem.: katholischer Pfarrer.

51

Nach 1954: Appelfeller.

***

Lichtenhainer Straße

Kirche (undatierte Aufnahme) noch ohne Lichtenhainer Straße
kaum zu erkennen: Friedhofsmauer mit Torbogen


Kirche Anfang der 1940er Jahre – mit neu bebauter Lichtenhainer Straße
und neuem Pfarrhaus

Es folgt nun ein kleines Ratespiel, denn die Hausnummern der Lichtenhainer Straße wurde nicht nur einmal geändert. Damit nicht der Eindruck entsteht, Frau Meier wohne neuerdings bei Herrn Schulze, worüber Herr Meier gar nicht erfreut ist, werden die Daten hier so dargestellt, wie sie in den einzelnen Adress­büchern aufgeführt sind – mit den Hausnummern, die im entsprechenden Jahr galten.

Viel Spaß beim Raten!

1936

2:         Trapp, Rudolf
3:         Bock, Paul, Themometermacher
4:         Schäftlein, Paul
5:         Schwadten, Lina
6:         Engel, Albin
7:         Großmann, Walther
8:         Möhring, Karl
9:         Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich
11:       Benz, Friedrich, Arzt
12:       ?
13:       Lattermann, Adolf
14:       Escher, Ernst


1941

2:         Trapp, Rudolf
3:         ?
4:         Schäftlein, Paul
5:         Schwadten, Lina
6:         Schwabe, Max; Engel, Albin
7:         Großmann, Walter; Lattermann, Alfred
8:         Möhring, Karl
9:         Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich; Lichtenheldt, Kurt & Anna
11:       Benz, Friedrich, Arzt
12:       ?
13:
       Lattermann, Adolf
14:       Escher, Ernst


1949

1:         Pfarrhaus
2:         Trapp, Rudolf
3:         Süßenguth, Rudolf; Götze, Erich, Elektriker
4:         Pitzka, Josef; Schäftlein, Paul
5:         Löffler, Hermann, Glasarbeiter; Schwadten, Lina
6:         Schwabe, Gerda, Witwe; Engel, Thekla, Witwe
7:         Lattermann, Alfred; Lattermann, Paul; später: Rau
8:         Möhring, Karl; Großmann, Walter
9:         Burski, Anna; Großmann, Oskar
10:       Seckel, Erich, Kraftfahrer
11:       Benz, Friedrich, Arzt; Metz, Hildegard
12:       Lattermann, Adolf, Dekorationsmaler
13:       Escher, Ernst, Leitungsaufseher; Escher, Ella

Es gab zwei Damen namens Ella Escher.

1. Ella Escher (damals noch unverheiratet) war u.a. BDM-Führerin. Ein Foto – vermutlich von 1937 – zeigt sie mit einer Mädchengruppe am „Schützenhaus“

2. Die andere Ella Escher, geb. Gräf aus Cursdorf) war verheiratet mit Rudi Escher, dem Sohn von Ernst Escher, und hatte später das HO-Geschäft {Haushalts- und Industriewaren) in der Rudol­städter Straße 70.

14:       Gärtner, Fritz; Sauerteig, Fritz
15:       ?
16:
       Dinkler, Irene, Witwe; Albust, Herta

Familie Dinkler (undatierte Aufnahme)

17:       Treichel, Hermann; Walther, Ernst
18:       Walther, Lina
19:       Müller, Fritz

2026 (zur Orientierung)

2-3:      Lichtenheldt-Glas
8-9:      Salix (ehem. LPG)
14:       letztes Haus Richtung Lichtenhain
15:       dahinter, zurückgesetzt
16:       existiert nicht
17:       erstes Haus aus Richtung Lichtenhain rechts
29:       Trapp, Rudolf
30:       Pfarrhaus



Lichtenhainer Straße - von Osten


Lichtenhainer Straße - von Süden

Haus Trapp – Lichtenhainer Straße 29


***


Markt

1 (alt: 90)

1906 (?): Großmann, Wilhelm, Porzellanmaler; Großmann, Hedwig, geb. Walther.
1921: Elsässer, August, Kaufmann; Helk, Gustav, Ober­kellner; Morgenroth, Karl, Schullehrer; Wilhelm, Friedrich, Kaufmann.


Unterer Markt
mit Shell-Zapfsäule vor der Drogerie

1930: Anders, Wilhelm; Anders, Helene, geb. Großmann; Pawka, Wolfgang.
1931: Böttger, Liebrecht, Lehrer; Heinze, Liebrecht, Laborant; Poppe, Friedrich, Bankangestellter; Preunel, Anna, Handels­frau; Wilhelm, Artur, Kaufmann.
1933: Heinze, Bertha; Wilhelm, Charlotte; Wilhelm, Marianne.
1936: Heinze, Bertha.
1941: Anders, Wilhelm, Handelsmann; Großmann, Wilhelm, Handelsmann; Heinze, Bertha.
1945 ff: lt. Klaus Götze: nach dem Krieg auch Bäckerei.
1949: Anders, Wilhelm, Kraftfahrer; Großmann, Wilhelm, Gemüsehändler.
1956: Anders, Wilhelm, Fuhren.
DDR-Zeit: Obst- und Gemüsegeschäft Großmann – Anders; Obst und Gemüsehandlung Taubeneck.


DRK-Gruppe am 1. Mai
Im Hintergrund: HO – Obst und Gemüse (Taubeneck)

Markt 3 > 1

Hier gab’s „für’n Groschen Sauerkraut“ vom Fass in einer spitzen Papiertüte. Von Walter Taubeneck erwartungsfroh entgegen­genommen, war das Sauerkraut bei Ankunft zu Hause alle. Eis? Ist ja langweilig. Sauerkraut isst das 1960er Jahre-Kind!


Der „pol’sche Möller“ (Das Mädchen ist Kerstin Bock)


2 (alt: 90 und 90a)

1931: Schönstedt, Jenny, Lehrerin.
1933: Poppe, Friedrich, Bankbeamter; Schenk, Lonny, Witwe; Schwender, Richard, Hilfsprediger.
1936: Preunel, Ernst, Schlosser; Schenk, Loni, Witwe.
1941: Koch, Erich, Justizinspektor.
1949: Cunitz, Harald, Fachlehrer; Jahn, Hugo, Wassermeister; Schenk, Lonny, Hausfrau; Schmieder, Edwin, landwirtschaftlicher Arbeiter.
später: Schenk, Ria, „Fräulein Schenk“, Lehrerin, kam bei einem Zusammenstoß Bahn – Bus in Rudolstadt Anfang der 90er Jahre ums Leben; Franke.



3 (alt: 90/91)

Markt – Drogerie

1920: Elsässer, August, Kaufmann, Drogist (bis 1949) & geb. Wilhelm, Elsa.
1956: Markt-Drogerie.
DDR-Zeit: „pol’scher Möller“ (Drogerie); Leitholf, Ursula (Tochter von August Elsässer).
später: HO-Drogerie.
nach der Wende: Buchhandlung „Am Markt“ Elvira Grudzielski, geb. Liebmann.

August Elsässer war der Verfasser des Buches „Das Kirchspiel Oberweißbach im Wandel der Zeiten", gedruckt und erschienen 1929 bei August Ortloff in Oberweißbach.

Karl Rosenbusch schreibt über Elsässer (gekürzt und leicht angepasst):


Shell-Tankstelle an der Drogerie August Elsässer

„Er war der Besitzer der Markt-Drogerie in Oberweißbach. Hier bekam man so ziemlich alles für Mensch, Vieh, Haus, Hof und Garten. Und es gab auch manchen persönlichen Rat oder eine Anleitung aus reicher Lebenserfahrung dazu.


Das führte ihm Kundschaft nicht nur aus den Orten des Kirchspiels, sondern auch aus den Gemeinden um Meura und Wittgendorf zu, die mit Ruck­sack und ‚Huckelkorb‘ vorsprach.

August Elsäßer … beteiligte sich an der Erschließung des Ortes für den Fremdenverkehr. Bald wurde er auch Mitglied des seit 1885 bestehenden Thüringerwald-Vereins und dessen Vorsitzender…

Elsäßer war aber auch der ‚Schulze‘ der Fröbelturm-Gemeinde, die seit der Fertigstellung des Fröbelturms 1890 bestand.

Er ist der Verfasser der Schrift ‚Oberweißbach und der Olitätenhandel‘, veröffentlicht auf 22 Druckseiten mit sieben Abbildungen und vier Faksimile-Beilagen in den ‚Monats­blättern für wanderfrohe Nachbarn 1924/25'“, die dem Verfasser als Digitalisat vorliegt.

Nach derzeitigen Planungen soll das Haus im Rahmen einer „Ausrundung“ der Ausfahrt Lichtenhainer Straße/Rudolstädter Straße abgerissen werden.

4 (alt: 92)

ehem. „Kleine Schule“

vor 1887: Gemeindescheune; Spritzenhaus.
1888: Knabenschule (eingeweiht am 18.10.1888)
1921: Gatterfeld, Anna, Schulwärterin (bis 1941).
1933: Gatterfeld, Gertrud, Aufwärterin.
1949: Schmidt, Rudolf, Fabrikant.
DDR-Zeit: Schule (mit Kachelofen-Heizung in jedem Unterrichtsraum).
heute: Bürgerhaus.

Schule am Markt 4 (rechts)
mit Kachelofenheizung in jedem Klassenraum
noch in den 1970er Jahren

5 (alt: 93)

„Amtshaus“

vor 1722: Mädchenschule.
1722: abgebrannt.
1737: abgebrannt.

In dieser Schule hat Ende der 1780er Jahre – als einziger Junge – Friedrich Fröbel gelernt. Grund: Der Knaben-Schulmeister war Fröbels Vater nicht streng genug und außerdem zu alt.

vor 1831: Mädchenschule.
1831: Amthaus (Neubau).
1909: Bloß, Paul, Amtsgerichtssekretär (hier gewohnt?); Fritze, Alfred, Amtsrichter, Metzelt, Karl, Amtsrichter, Amtsgerichtsrat (bis 1933); Meßner, Karl, Amtsrichter; Römer, Karl, Amtsgerichtssekretär; Stüber, Erwin, Amtsrichter; Wißmann, Hugo, Gerichtsassessor.
1933: Schmidt, Karl, Amtsgerichtsrat.

Amtshaus am Markt 5, erbaut 1831

1934: Carl, Erich, Amtsgerichtsrat (in Heidelberg – bis 1941); Carl, Frieda.
1949: Jungkurth, Heinrich, Oberwachtmeister; Rentzsch, Heinz, Fahrmeister; Scharpf, Karl, Justizinspektor.
1957: Internat der Erweiterten Oberschule EOS „Friedrich Fröbel“ Oberweißbach.
DDR-Zeit: Schulküche, Hort.
heute: Sitz der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Schwarzatal, daneben Imbiss „Am Marktbrunnen“.

Der namensgebende Marktbrunnen befand sich allerdings auf der anderen Straßenseite am Fröbelhaus Richtung „Goldener Anker“.

6 (alt: 94)

„Fronfeste“

vor 1900: Fronfeste, (Gefängnis).
1921: Eberhardt, Alfred, Amtsdiener.
1930: Das Gefängnis wurde zum 1. Februar 1930 geschlossen (Notiz Jenaer Volksblatt).
1931: Eberhardt, Alfred, Justizoberwachtmeister; Pitzler, Alfred, Justizwachtmeister.
1933: Pitzler, Alfred, Gerichtswachtmeister; Schubert, Hermann, Gerichtsvollzieher.
1936: Ludwig, Hermann, Justizwachtmeister.
1941: Ludwig, Hermann, Justizwachtmeister.
1949: Trägner, Dr. Josef, Studienrat; Wollenweber, Ludwig, Justiz-Angestellter.

Markt 7 – zu DDR-Zeiten Stadtverwaltung
"Rat der Fröbelstadt"

7 (Alt: 95)

vor 1722: Knabenschule.
1722: abgebrannt.
1750: Knabenschule.
bis 1888: Knabenschule.
1921: Baumann, Fritz, Rektor.
1931: Pätz, Richard, Gewerbelehrer (bis 1933).
1935: aufgestockt.
1936: Bannatz, Edmund, Bürgermeister; Stadtverwaltung.
1941: Kunold, Hermann, Bürgermeister; Stadtverwaltung.
1949: Rum, Heinz, Bürgermeister.
DDR-Zeit: Rat der Fröbelstadt.
heute: Thüringer Glasboutique.

8 (alt: 96)

Gasthof „Zur Schenke“

Der Gasthof „Zur Schenke“, vormals „Zum Erbprinzen“ war lange Zeit in Pacht der Familie Preunel, deren Wurzeln sich bis zum 30-jährigen Krieg zurückverfolgen lassen.

Die Preunels

Alles begann wohl mit einem Pfarrer, der aus Falkenau (Eger) nach Mellenbach kam. Sein Sohn, Sebastian Preunel, war später Organist in Oberweißbach († 1703). Ab der folgenden Generation sind die Preunels Metzger und Fleischer – in Oberweißbach und in Leibis.

Aber auch ein Barbier, der wohl zugleich Chirurg war (früher wurden „Kleinigkeiten“ vom Friseur erledigt), ein Arzt und ein Brauer finden sich in der Ahnenreihe.

Erster Pächter des Gemeindegasthofes, der bis 1857 in der Mitte der Straße auf dem Markt stand, war vermutlich Martin Preunel. Der hatte 10 Kinder. 


Gasthaus „Zum Erbprinzen“ 1898
rechts daneben das noch nicht aufgestockte Gebäude der Gemeindeverwaltung
 (bis 1887 Knabenschule)

Sein Sohn Ernst heiratete 1866 eine junge Frau (Caroline Ida, geb. Franke), die ihm ein Kind zur Welt brachte, welches nur 3 Stunden gelebt hat. Ein Jahr später, mit noch nicht 23 Jahren, starb sie auf bizarre Weise: Sie fiel von der Scheune. Ihr Grabstein, von Manfred Franke vom alten Schutt gerettet, liegt seit 2024 beim Autor im Garten – falls jemand Ansprüche erhebt.

Bruno Oeler, dessen Name groß am Hause prangte, heiratete 1911 die Witwe Anna Preunel und führte den Gasthof weiter.

Der Gasthof „Zum Erbprinzen“

1857 brannte der frühere Gemeindegasthof in der Mitte des Marktplatzes ab und wurde in das „Wilhelmsche Haus“ (heutiger Standort, vormals evtl. 2 Gebäude) verlegt.

Bereits der alte Gemeindegasthof trug mindestens ab 1832 den Namen „Zum Erbprinzen“. Welcher Erbprinz gemeint ist, ergibt sich aus den Daten des Hauses Schwarzburg-Rudolstadt:


Am 2. April 1832 wurden „sämtliche Schultheißen“
 (des Amtsgerichtsbezirkes Oberweißbach)
anlässlich der Amtseinführung des Amtmanns Keller
im „Gasthofe zum Erbprinzen bewirthet“
(Auszug aus dem Gemeindebuch)

Der bis 1867 regierende Fürst Friedrich Günther hatte 3 Kinder:

Friedrich Günther (jun.) starb bereits 1821 mit rund 3 Jahren; der zweite Sohn Günther, geb. 05.05.1821 war 1832 noch am Leben, starb aber 1845.


Ernst Preunel
Gasthaus „Zum Erbprinzen“ (undatiert)

Er könnte demnach „unser“ Erbprinz gewesen sein. Der 3. Prinz Gustav Adolf lebte von 1828 bis 1837, kommt also ebenfalls als Namensgeber in Frage.

Da Fürst Friedrich Günther bei seinem Tod 1867 keine lebenden Nachkommen hatte, führte sein Bruder Albert als Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt die Regierung bis 1869, gefolgt von seinem Sohn Georg Albert (der auf dem Hügel recht fruchtbar war). Georg Albert blieb unverheiratet und starb 1890 (offiziell) kinderlos – im Amt des Landesfürsten gefolgt von seinem Cousin Günther Victor, dem letzten Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt, von 1909 bis 1918 in Personal­union zugleich Fürst von Schwarzburg-Sondershausen.

Die Fleischerei

Die Fleischerei Preunel befand sich im Hause der heutigen Poststelle Sonneberger Straße 3. Es muss aber noch ein zweites Geschäft im Ort gegeben haben – ich vermute neben der Apotheke, Rudolstädter Straße 78.

Das Haus

1811: „unterer Bäcker“, Georg Gottfried Wilhelm.
mindestens ab 1811: Bäckerei Wilhelm,
mindestens ab 1823: Laborant Nicolaus Wilhelm, der 1823 eine Kegelbahn errichtete.
1832: Gasthof „Zum Erbprinzen“.
1857: Gemeindegasthof.
1881: Preunel; Ernst, Bierbrauerei, Fleischer, Gastwirtschaft.
1906
: Preunel, Ernst, Witwe, Gasthof.
1909: Preunel, Ernst, Witwe, Inh. Robert Preunel, Fleischermeister und Gastwirt.
1921: Oeler, Bruno, Gastwirtschaft und Fleischerei.
1931: Oeler, Bruno, Gastwirtschaft „Zum Erbprinzen“.
1933: Krauße, Walter, Fleischer; Oeler, Bruno, Fleischermeister, Fleischerei u. Gasthaus „Zum Erbprinzen“; Oeler, Marta; Preunel, Ernst, Schlosser; Witschel, Albert, landw. Arbeiter.
1936: Oeler, Bruno, Gasthaus „Zum Erbprinzen“.
1949: Karhweg, Emil, Invalid; Oeler, Anna, Gastwirtin; Schamberger, Paul, Fleischer.
1956: Oeler, Anna, Gastwirtin.
1975: Gaststätte „Zur Schenke“.

Stammbaum Preunel in Teilen vorhanden.

>>> andere Straßenseite abwärts <<<

9 (alt: 231-233)

Gasthof „Goldener Anker“

1881: Koch, Meta, Gastwirtschaft.
1906: Koch, Karl, Gastwirt „Zum goldenen Anker“ (bis 1931).
1936
: Koch, Anna (Inhaberin), Hoteliere.
1949: Bergmann, Max, Fabrikant
danach
: Ilse Bergmann.
DDR-Zeit: FDGB-Ferienheim „Am Markt“.
1999: abgebrannt und abgerissen.


G
asthof „Zum goldenen Anker“
(beide Fotos sind nicht datiert)


Oberer Markt auf historischen Postkarten


Zu 9 (alt: 232)

1933: Joch, Käthe, Hausgehilfin; Koch, Anna, Hoteliere; Koch, Rudolf, Geschäftsführer; Wenk, Lucie, Hausgehilfin.

10 (alt: 235)

Fröbelhaus (vormals Pfarrhaus)

vor 1640: Pfarrhaus.
1640: abgebrannt.
1647 – 1651: Neubau des jetzigen Gebäudes nach dem Brand.
1782: Geburtshaus Friedrich Fröbel.
1900: Entstehungsbrände am 11. und 12. April.
1909: Drescher, Pfarrer.
1921: Kirsten, Alfred, Pfarrer, Oberpfarrer (bis 1933).
1936: Schmidt, August, Pfarrer (bis 1941).

Von Pfarrer August Schmidt liegt ein umfangreicher Lebenslauf mit vielen Bezügen zu Oberweißbach vor.

1937: Kindergarten (bis 1982).
1982: Fröbelmuseum.

11 (alt: 236)

Ehem. „Mädchenschule“

vor 1734: Backhaus.
ab 1734: Gemeindekeller.
1808: Vergrößerung Gemeindekeller.
1812: Tanzsaal auf dem Gemeindekeller.
1859: 20. Oktober: Einweihung der Mädchenschule.
1921: Uting, Emil, Organist (Mädchen-Lehrer).

Markt 10 – Fröbels Geburtshaus
mit Marktbrunnen, Spritzenhaus und Friedhofseingang

noch 11 (alt: 236)

bis 1945: Flüchtlingslager.
später
: Glühlampenfabrik Gebr. Ludwig.
dann: Zentrale Ausbildungsstätte (ZAS) des NARVA-Glühlampenwerkes.
dann: Abriss und Neubau.
2019: AWO betreutes Wohnen.

Werkunterricht in der DDR:
Hier war u.a. die Wirkungsstätte von Herrn Preuß, die wir zwecks Werkunterrichts wöchentlich aufzusuchen hatten.

Herr Preuß trug stets einen hellblauen Perlon-Kittel, in dessen Taschen sich eine Unmenge kleiner Bleistift-Stummel befand.

Zentrale Ausbildungsstätte (ZAS) des NARVA-Glühlampenwerkes
in den 1970er Jahren

Gefertigt wurden im Werkunterricht z.B. Holz­kästchen mit mehreren Fächern, etwa für verschiedene Größen von Nägeln, ein Schürhaken für den Kachelofen und später – bei Herrn Lichtenheldt oder Herbert Bachmann – das obligatorische Scharnier. Sägen, Feilen, Bohren…

12 (alt: 237)

Haus oberhalb Gasse.

vor 1804: (Vorgängergebäude) zur Mädchenschule gehörig.
1857: abgebrannt.
1904: Steindruckerei Raimund Harraß.
1904: brennen dieses Haus sowie evtl. früher daneben oder dahinter gelegene Wohnhäuser nebst Scheunen und Schuppen ab.

Von Raimund Harraß gedrucktes Fröbel-Porträt

1909: Harraß, Raimund, Buch- und Steindruckerei.
1921: Harraß, Raimund, Kaufmann, Lithographische Anstalt; Franke, Karl, Lithograph; Franke, Emma.
1931: Harraß, Raimund, Kaufmann, Lithographische Anstalt (Steindruckerei).
1933: Harraß, Raimund, Buchhändler.



1936: Franke, Karl, Steindruckerei, Lithograph (bis 1949).
1949: Preßler, Arno, Thermometermacher.
später: Textilwaren Zerrenner.
DDR-Zeit: HO-Elektrowaren (Zerrenner).

Bei Frau Zerrenner konnte man die begehrten K 60 Magnet­band-Kassetten erwerben, das Stück zu 20 Mark. Aber auch Klingel­draht, Glühlampen, Taschenlampen nebst Batterien, Radios, Fernseher, Stromregler oder Konverter konnte man kaufen.

Stromregler? Ja, wegen der Stromschwankungen.

Und Konverter? Der war unverzichtbar, denn – im Zusammen­spiel mit einer ebenfalls bei Frau Zerrenner erhältlichen Antennen-Weiche – ermöglichte dieses kleine Gerät den perfekten Empfang von ARD und ZDF.


Markt 1925


Markt 1957


Markt undatiert

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Zur Beachtung

Dieser Blog dient der Sammlung und Erhaltung historischen Wissens über unsere Fröbelstadt Oberweißbach und ihre Einwohner. Jeder kann mitmac...